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    Ehemaliger Berater Helmut Kohls: „Frankreich und EU stehen vor radikalem Wandel“

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    Marcel Joppa
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    Emmanuel Macron hat sich viel vorgenommen: Er muss bei der kommenden Parlamentswahl im Land um Stimmen werben und sich auf eine kampfbereite Opposition um Marine Le Pen einstellen. „Frankreich und die EU stehen vor einem radikalen Wandel“, sagt Prof. Joachim Bitterlich, Ex-Diplomat und ehemals außenpolitischer Berater von Bundeskanzler Helmut Kohl.

    Hier einige Auszüge aus dem spannenden Sputnik-EXKLUSIV-Interview:

    „Für mich war es klar, dass Macron es schaffen wird. Frankreich will ein anderes Gesicht, will eine andere Politik. Dafür steht auch zum Teil Le Pen, aber Macron verkörpert für die Franzosen mehr einen Aufbruch.“

    „In vielen französischen Regionen auf dem Land gehörten die Bürgermeister der KP an, heute wählt man Le Pen – der Wechsel von links nach rechts. Und zwar nicht aus Ideologie, sondern aus einer aufgestauten Wut gegen die da oben.“   

    "Le Pen und ihr Wirtschaftsprogramm hätten gestanden für einen schnellen und abrupten Niedergang Frankreichs. Leider ist ihr Programm fern der Realität. Fern dessen, was machbar ist. Und fern dessen, was man einem Land raten kann."

    "Wir werden in Frankreich ein fast neues Parlament erleben. Drei Viertel aller bisherigen Abgeordneten werden nicht mehr Kandidaten sein. Das heißt, das die zukünftige Parteienstruktur in Frankreich wird eine neue sein."

    "Die EU wird sich verändern müssen, das ist völlig klar. Nicht nur wegen des Brexits. Die Staats- und Regierungschefs Europas sind sich bewusst, dass man an der EU einiges neu justieren muss. Und Macron hat in seinem Programm diesbezüglich einige Ideen in den Korb geworfen."

    "Wir haben in Europa das Phänomen einer wachsenden Unzufriedenheit in vielen Ländern mit den etablierten Parteien und Regierungen. Auch wegen der Angst vor der Globalisierung. Dazu kommt die Angst vor der Flüchtlingsbewegung, vor Terrorismus und Überfremdung. Das hat populistischen und zum Teil nationalistischen Strömungen Auftrieb gegeben. Es liegt an den Regierungen, darauf Antworten zu finden. Man muss Lösungen anbieten und nicht nur bla bla.“  

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    Tags:
    Präsidentschaftswahl 2017 in Frankreich, Prof. Joachim Bitterlich, Marine Le Pen, Emmanuel Macron, Deutschland
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