03:04 16 Dezember 2018
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    Hurrikan Irma: ARD riskiert Leben von Reporter für spektakuläre Bilder – VIDEO

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    Der Fernsehsender ARD hat seinen Reporter Jan Philipp Burgard mitten in den Hurrikan Irma in Florida postiert und erntet dafür viel Kritik im Netz: Nutzer werfen dem Sender vor, Quoten machen zu wollen und dafür das Leben ihres Mitarbeiters zu riskieren, schreiben deutsche Medien am Montag.

    Die Live-Übertragung wurde laut dem Nachrichteportal „Der Westen“ aus Miami geführt, wo wegen dem Hurrikan Irma gerade Millionen von Menschen evakuiert wurden. Der Reporter steht durchnässt auf dem Balkon eines Hochhauses und wird von dem Wirbelsturm so sehr durchgeschüttelt, dass er das Mikro und sich am Geländer nur mit Mühe festhalten kann.

    „Wer jetzt nicht in Sicherheit ist, für den ist es eigentlich zu spät“, berichtet der vom Hurrikan gebeutelte Burgard.

    Das Netz reagiert emotional auf die Übertragung. Manche Zuschauer loben den mutigen Journalisten, der sich nicht einmal von der Wucht des Hurrikans unterkriegen ließ. Die meisten fragen aber, ob Fernsehsender ihre Reporter überhaupt für spektakuläre Bilder mitten ins Gefahrengebiet schicken dürfen.

    „Ich finde es einfach nur krass, dass da ein Mensch mitten in den Sturm gestellt wird, um live zu berichten!“, schreibt eine Nutzerin.

    „Ich denke mal, die Zuschauer hätten auch ohne Livebilder geglaubt, wie stark der Sturm gerade ist“, schreibt ein anderer.

    Einige äußerten die Hoffnung, dass Burgard für seine Arbeit „wenigstens ne fette Gehaltserhöhung kriegt“.

    Die Situation scheint paradoxal: Einerseits rufen Reporter zu Evakuierungen auf, warnen tagelang vor den Gefahren, andererseits stellen sie sich dann diesen auf spektakuläre Weise, als ob die Warnungen für sie selbst nicht gelten.

    ​Ähnliches passiert auch bei anderen Sendern. Der US-Sender MSNBC leinte beispielweise seinen Reporter an – offenbar damit er bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 210 Kilometern pro Stunde nicht weggefegt wird.

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