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    Iron Men im Einsatz: Wie Russen Comics-Ideen Realität werden lassen

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    Nikolaj Jolkin
    Die Stärke russischer Waffen beim Forum "Army 2018" (18)
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    Das Forschungsinstitut für Präzisionsmaschinenbau ZNIITotschMasch hat ein Exoskelett (äußere Stützstruktur für einen Organismus) aus Kohlenstofffasern, das dem Soldaten die Bewegungen mit einer Last von bis zu 50 Kilo erleichtern soll, entwickelt und bei Kriegseinsätzen getestet.

    Es handelt sich dabei um ein passives Exoskelett ohne interne Energiequellen, ohne Servomotor und Sensoren, wodurch sein Gewicht reduziert und seine Zuverlässigkeit vergrößert wird. Das Gerät stellt eine mechanische Gelenkhebelvorrichtung dar, in der die Gelenke eines Menschen nachgebildet sind. Das aus leichten Kohlenstofffasern bestehende Exoskelett entlastet den Stütz- und Bewegungsapparat (taktische Rucksäcke, Spezialausrüstung, Waffen und Munition) bei Dauermarsch oder Sturmoperation. Der einmalige Chamäleon-Tarnüberzug ist in der Lage, die Farbe der jeweiligen Umgebung anzunehmen.

    Bei der Messe „Army 2018“ wurde auch ein aktives Exoskelett präsentiert, von dem der Chefkonstrukteur des Forschungsinstituts Oleg Faustow sagte: „Es ist mit einer Brille ausgestattet, mit der sämtliche Informationen, die ein Mensch im Exoskelett bekommt, in Echtzeit abgelesen werden. Durch Keramikplatten schützen wir nicht nur die wichtigen Körperorgane des Menschen, sondern auch seine Extremitäten, Knie, Ellenbogen und Stellen, an denen große Blutgefäße verlaufen. Das Exoskelett soll generell die Möglichkeiten des menschlichen Körpers erweitern, damit er schwerere Lasten tragen, weiter springen und schneller laufen kann.“

    • Eine keramische Einsteckplatte aus der Standardschutzweste „Ratnik“
      Eine keramische Einsteckplatte aus der Standardschutzweste „Ratnik“
      © Sputnik / Nikolaj Jolkin
    • Ein aktives Exoskelett
      Ein aktives Exoskelett
      © Sputnik / Nikolaj Jolkin
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    Eine keramische Einsteckplatte aus der Standardschutzweste „Ratnik“

    Hier ist ein militärisches Exoskelett, das für Pioniere gedacht ist. Derzeit steht es in Truppenerprobung und ist in Syrien eingesetzt worden. Es wird positiv beurteilt.

    Faustow weiter: „Der Kämpfer kann den ganzen Tag auf den Beinen sein und eine Menge von Sachen mit sich herumtragen, schwere Ausrüstung, Fernbedienung für eine Drohne, die zur Minenentschärfung verwendet wird. Allerdings kann er in diesem Exoskelett nicht schnell über ein Feld laufen. Wenn die Aufgabe lautet, er soll schnell laufen, dann machen wir ein anderes.“

    „Wir hätten gerne auch einen Haushalt wie die Amerikaner“, so Faustow. „2014 haben die Amerikaner auf einer Messe erklärt, sie würden vor 2018 den Prototyp eines militärischen Exoskeletts vorlegen. Zu diesem Zweck haben sie ca. 50 Labors, 16 Institute engagiert, und die Finanzierung der Arbeiten hat in den vier Jahren rund 500 Millionen Dollar betragen. Bei uns ist aber während der Perestroika vieles verlorengegangen, jetzt holen wir es nach. In den frühen 90er Jahren lagen wir hinter den Amerikanern im Bereich der Ausrüstung etwa 20 Jahre zurück. Sie waren damit seit Korea und Vietnam, seit den 50er Jahren beschäftigt. Hierzulande setzte eine stürmische Entwicklung erst nach Afghanistan ein. Jetzt aber sind wir ihnen in mancher Hinsicht voraus.“

    Hier liegt eine keramische Einsteckplatte aus der Standardschutzweste „Ratnik“, welche schon seit vier Jahren in den Streitkräften Anwendung findet. Der Chefkonstrukteur erläutert: „Die Platte hat bis zu 10 Treffern mit Panzerbrandgeschossen aus einem Dragunow-Scharfschützengewehr standgehalten. Bisher hat keiner auf der Welt eine derart unverwüstliche Platte gebaut. Als wir sie in Frankreich vorführten, wollte es uns keiner glauben, man meinte, wir hätten die Löcher in sie selbst gebohrt, bis sie diese Sachen bekamen und selbst überprüften.“

    Der Helm, der zum „Ratnik“-Set gehört, wiegt ein Kilo. Ein kleinerer aus amerikanischer Produktion ist 1,2 Kilo, einer aus der deutschen 1,4 bis 1,5 Kilo schwer. Dabei haben sie die gleichen Schutzeigenschaften. Der Helm setzt sich aus einer Keramikschicht und aus Aramidgewebe zusammen. „Übrigens wissen alle, wie das gemacht wird, wir aber besitzen ein Know-how, das uns erlaubt, die leichtesten Helme und die unverwüstlichsten Hartballistikplatten herzustellen.“

    Ein passives Exoskelett
    © Sputnik / Nikolaj Jolkin
    Ein passives Exoskelett

     

    Neue Bekleidung für Sondereinsatztruppe der Russischen Nationalgarde

    Es berichtet Stanislaw Schirokow, Marketing-Geschäftsführer von Magellanrus, Hersteller von Bekleidung, taktischer Ausrüstung und Uniformen für Sicherheitsdienste:

    „Dies ist die denkbar leichteste Art von Einsatzbekleidung. Zu sehen sind Waffen, Personenpanzerung, Kommunikationsmittel, Hand- und Knieschutz sowie Schuhe für einen Kämpfer der Sondereinsatztruppe der Russischen Nationalgarde. Dieser Kämpfer trägt für Berg- und Waldgegend vorgesehene Handschuhe. Sie weisen ein minimales Gewicht auf und eignen sich auch für Ortsgefechte. Des Weiteren sind stoßdämpfende Handschuhe vorgesehen, um die Handgelenke besser zu schützen. Sie sind strapazierfähig und erlauben, die Waffe beim Schießen festzuhalten und das Handy zu betätigen."

    "Die leichte Schutzweste soll dem Militärangehörigen maximale Bewegungsfreiheit ermöglichen. Sie schützt Brust- und Rückenbereich mit einer Keramikplatte, die einem Hochgeschwindigkeitsgeschoss eines 7,62 mm-Kalibers standhalten kann. Ein Klettverschluss-System erlaubt die Befestigung allerlei Magazintaschen auf dieser Plattform und ihre Anordnung je nach Geschmack des Kämpfers.

    Das Gewebe dieses speziellen Kampfanzugs ermöglicht eine Thermoregulation unter der Schutzweste. Die Sturmhaube wird als Helmeinsatz verwendet und kann, je nach Klimabedingungen, die Atmungsorgane und den Hals zudecken.

    Ferner eine Hose und leichte Halbstiefel mit extra Sohlen, die ein problemloses Fortkommen bei verschiedenen Geländeformen ermöglichen.

    Die Kalaschnikow-Maschinenpistole ist mit einem teleskopischen Kolben ausgestattet. Zudem hat sie einen neuartigen Vorderschaft, Mündungsfeuerdämpfer und ein Reflexvisier, das den Zielpunkt aufs Objekt projiziert. Darüber hinaus verfügt sie über ein Zielbeleuchtungsgerät und einen ohne Nachtsichtgerät nicht erkennbaren Betriebsmodus.“

    Themen:
    Die Stärke russischer Waffen beim Forum "Army 2018" (18)
    Tags:
    Spezialeinheiten, Spezialkräfte, Militärtechnik, Uniform, Ratnik, Kalaschnikow, Forum Army 2018, Army-2018, russische Nationalgarde, Rostec, Syrien, USA, UdSSR, Sowjetunion, Russland
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