12:06 15 November 2019
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    Folge 2: Loch im Eisernen Vorhang

    Folge 2: Loch im Eisernen Vorhang

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    Wie würde unsere Geschichte aussehen, wenn die #BerlinerMauer im Zeitalter der sozialen Netzwerke fallen würde und @realMichailGorbatschow und @ErichHoneckerDDR mithilfe der Twitter-Diplomatie das Schicksal Europas bestimmen würden?

    In der zweiten Folge der interaktiven Sputnik-Serie „Die Mauer fiel – die Mauer steht“ erleben Sie mit, wie die ersten Löcher im Eisernen Vorhang auftauchten, und nehmen an einer Geheimdiskussion amerikanischer Politiker teil – und das alles im vertrauten Format der sozialen Netzwerke mit Likes, Kommentaren und Chats.

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    Loch im Eisernen Vorhang

    1989 beginnen in Ungarn „Gespräche am Runden Tisch“. Die Entwicklungen in der „lustigsten Baracke des Ostblocks“, wie der ungarische Publizist Paul Lendvai seine Heimat einmal bezeichnete, erfahren einen ersten Höhepunkt mit dem symbolischen Zerschneiden des Grenzzaunes zwischen Ungarn und Österreich bei Sopron, am 27. Juni durch den damaligen ungarischen Außenminister Gyula Horn und seinen österreichischen Amtskollegen Alois Mock. Für viele DDR-Bürger ist dies das Signal, sich auf den Weg nach Ungarn zu machen, obwohl Ungarn zu diesem Zeitpunkt lediglich den Grenzzaun abzubauen beginnt, aber nicht die Grenzkontrollen eingestellt hat.

    Am 6. Juli unterzeichnen die DDR und die BRD eine Vereinbarung zur Verringerung der Umweltverschmutzung in der DDR, die auch eine Säuberungsaktion der Elbe einschließt.

    Am Tag darauf erklärt Michail Gorbatschow bei einer großen Konferenz aller sozialistischen Staaten in Bukarest die berüchtigte „Breschnew-Doktrin“ für gegenstandslos. Diese 21 Jahre zuvor von seinem Amtsvorgänger erlassene besagte, im Kern, dass sich die Sowjetunion das einseitige Recht vorbehielt, in jedem sozialistischen Staat militärisch zu intervenieren, in dem ihrer Auffassung nach der Sozialismus bedroht gewesen sei. De facto garantierte Gorbatschow damit in Bukarest allen sozialistischen Staaten die volle eigene Souveränität zu.

    Am 19. Juli wird Wojciech Jaruzelski zum polnischen Staatspräsidenten gewählt. 13 Tage zuvor hatte er seinen 66. Geburtstag gefeiert. Der General, der zu diesem Zeitpunkt auch Chef der Kommunistischen Partei Polens war, hatte acht Jahre zuvor das Kriegsrecht in Polen ausgerufen, das bis 1983 galt.

    Am 27. Juli beschließt der Oberste Sowjet der UdSSR, den drei baltischen Teilrepubliken ab 1990 wirtschaftliche Autonomie zu gewähren.

    Am ersten August 1989 verliert die DDR ihre Anführungszeichen. Der Axel-Springer-Verlag verzichtete ab sofort für all seine Publikationen auf die berühmten „Tüttelchen“, mit denen der fanatische Antikommunist und Verlagsgründer Axel Cäsar Springer zum Ausdruck bringen wollte, dass er die DDR nicht als souveränen deutschen Staat anerkannte.

    Sieben Tage später muss die Ständige Vertretung der Bundesrepublik in der Ost-Berliner Hannoverschen Straße geschlossen werden, weil sich 130 DDR-Bürger dort aufhalten, um ihre Ausreise in die BRD zu erzwingen.

    Am 10. August findet nichtsdestotrotz der erste Linienflug einer Lufthansamaschine von Frankfurt am Main nach Leipzig statt.

    Ausgerechnet am 13. August, dem 28. Jahrestag der Errichtung der Berliner Mauer, schließt die BRD auch ihre Botschaft in  der ungarischen Hauptstadt Budapest, in der inzwischen 180 DDR-Bürger ihre Ausreise erzwingen wollen.

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    Einheit, Erich Honecker, Michail Gorbatschow, Untergang, DDR