18:03 25 Oktober 2020
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    Das „Wasserstoff-Dorf“ in Bitterfeld: Erste H2-Infrastruktur in Deutschland – Video

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    Wie realistisch ist ein Dorf, das mit Wasserstoff versorgt wird? Lässt sich das Gas durch einfache Rohrleitungen verlustarm leiten und kann man es riechbar machen, damit bei einem Leck sofort die Alarmglocken schrillen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das „Wasserstoff-Dorf“ in Bitterfeld. Sputnik war auf dem Gelände.

    Der Chemiepark Bitterfeld-Wolfen liegt im Mitteldeutschen Chemiedreieck, einer traditionellen Wasserstoffregion, die mit einem geschätzten jährlichen Verbrauch von 3,6 Milliarden Kubikmetern Wasserstoff sehr umsatzstark ist. Bislang wird dieser Verbrauch über grauen Wasserstoff abgedeckt, der aus der Dampfreformation von Methan stammt, bei der auch Kohlenstoffdioxid entsteht. Damit ist die Chemie-Industrie vor Ort alles andere als CO2-neutral.

    Spätestens seit dem Erscheinen der Nationalen Wasserstoffstrategie ist klar: Deutschland will die Speicherung von erneuerbarer Energie in Form von grünem Wasserstoff voranbringen – und könnte auch die Prozesse im Chemiedreieck dekarbonisieren. Die Erzeugung von grünem Wasserstoff setzt eine Kopplung von Solar- und Windanlagen mit Elektrolyseuren voraus, die unter elektrischem Strom Wasserstoff aus Wasser gewinnen. Es setzt auch eine Transport-Infrastruktur für das flüchtige Gas voraus. Bei internationalen Projekten können das große Pipelines oder Transportschiffe sowie LKW mit verflüssigtem Wasserstoff besorgen.

    Doch auch da enden die Anforderungen nicht: Der Wasserstoff soll noch zum Verbraucher fließen. Sei es ein Komplex auf dem Gelände des Chemieparks oder ein Privathaushalt mit Wasserstoff-Heizung – den Weg dorthin könnte das Gas über Rohrleitungen zurücklegen, die am besten möglichst geringe Verlustraten aufweisen. Da das geruchsneutrale Gas ferner explosiv ist, sollte es riechbar gemacht werden, damit Verbraucher den Austritt rechtzeitig erkennen und sich schützen können.

    Genau das wird im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen im Rahmen der HYPOS-Projekte „H2-Netz“ und „H2-Home“ auf einem Testgelände seit längerem untersucht. Sputnik war vor Ort und hat sich über das Projekt und die bisherigen Resultate informiert.

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    Deutschland, Wasserstoff
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