14:00 29 September 2020
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    „Mehr als nur eine Kneipe“ – „Syndikat“ in Berlin geräumt

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    Am 07. August wurde die linke Kiezkneipe „Syndikat“ in Berlin-Neukölln geräumt. Bei der Demonstration an der Ecke Weisestraße und Selchower Straße hatten sich am Vorabend etwa 400 Menschen eingefunden. Sputnik war dabei und sprach mit Aktivisten.

    Das Syndikat in der Weisestraße ist langjähriger Treffpunkt der linken Szene in Neukölln. Seit der Gründung 1985 wird die Kiezkneipe kollektiv bewirtschaftet. Im Januar 2019 hatte der neue Eigentümer der Immobilie, ein Unternehmen der international tätigen britischen „Pears“-Gruppe, den Mietvertrag gekündigt. Seitdem wird die Kneipe ohne gültigen Mietvertrag betrieben.

    Die englische Milliardärsfamilie Pears, ein Player auf dem Berliner Wohnungsmarkt, hält mit Briefkastenfirmen mehr als 3000 Wohnungen. Sie hat die Räumung per Gerichtsbeschluss durchgesetzt.

    Das Kollektiv „Syndikat“ trug dann maßgeblich dazu bei, die Geschäftspraxis von „Pears“ in Berlin offenzulegen. Während die Anonymität den britischen Milliardären Vorteile bietet, ist sie für die Stadt ein Problem. Laut Medienberichten zahlt die Pears-Gruppe auf ihre Mieteinnahmen aus Berlin keine nennenswerten Steuern. Da die wahren Eigentumsverhältnisse verschleiert werden, kann die Gruppe bei Problemen weder von der Stadt noch von den Mietern zur Verantwortung gezogen werden.

    Bei der Demonstration unter dem Motto „Kiezkultur von unten verteidigen – Syndikat erhalten“ ist es Samstagnacht dann zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Bei den Protesten wurden nach Polizeiangaben dreißig Beamte verletzt. Es wurden Steine geworfen und Pyrotechnik gezündet.

    ​In einer Mitteilung der Polizei heißt es: „Ein Polizeibeamter wurde durch einen Flaschenwurf im Gesicht verletzt. Der durch einen Flaschenwurf verletzte Polizeibeamte erlitt so schwerwiegende Gesichtsverletzungen, dass er in einem Krankenhaus notoperiert werden musste.“

    Berliner Lokalpolitiker von Linke und Grünen wiederum kritisieren den Polizeieinsatz:

    ​Der Neuköllner Bezirksstadtrat Jochen Biedermann (B´90/Die GRÜNEN) betont:

    „Der Eigentümer hat einen rechtskräftigen Räumungstitel erwirkt, ja. Aber ich hatte sehr gehofft, dass uns diese Eskalation erspart bleibt, weil doch eine Lösung gefunden werden konnte. Dafür hätte es aber Dialog bedurft, den ‚Pears Global‘ konsequent verweigert.“

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    Tags:
    Polizei, Miete, Linksextremismus, Berlin
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