Bundesteam-Trainer Joachim Löw

Russlands Nationaltrainer vor WM 2018: „Löw und ich haben beide Kopfschmerzen“

© Sputnik / Maxim Bogodwid
Meinung
Zum Kurzlink
0 562

Einhundert Tage vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland hat der russische Nationaltrainer Stanislaw Tschertschessow gegenüber der dpa über seine Einschätzung des deutschen Teams gesprochen sowie über das, was er und Bundestrainer Joachim Löw momentan gemein haben – und zwar Kopfschmerzen.

Tschertschessow gibt sich offenbar keinen Illusionen hin: „Wir müssen uns selbst gegenüber objektiv bleiben. Deutschland gehört klar zu den Favoriten. Und auch Teams wie Brasilien, Argentinien und Frankreich stehen auf der Favoritenliste deutlich höher als wir“, zitiert ihn die dpa.

Dabei wolle er natürlich, dass die russische „Sbornaja“ (Nationalmannschaft) so weit wie möglich komme. „Wir müssen ein richtig starker Gastgeber sein“, so der russische Trainer weiter. „Wir können erst im Halbfinale oder Finale auf Deutschland treffen. Wenn wir so weit kommen, bin ich der glücklichste Mann der Welt.“

Die Sbornaja eröffnet die Fußball-WM am 14. Juni gegen Saudi-Arabien. Weitere Gruppengegner sind Ägypten und Uruguay. Deutschland spielt in Gruppe F gegen Mexiko, Schweden und Südkorea.

In der Vorbereitung gehe es darum, die Sbornaja konkurrenzfähig zu machen. „Wir müssen unsere Defensive verbessern“, so Tschertschessow weiter. Man müsse versuchen, Fouls möglichst zu vermeiden. „Am Trikot ziehen, ein Foul am Strafraum, das muss nicht sein“, meinte er.

Tschertschessow kennt den deutschen Bundestrainer Joachim Löw aus der Zeit, als dieser 2001 und 2002 sein Trainer beim FC Tirol Innsbruck war. Der russische Nationaltrainer beneidet Löw nach eigenen Worten um seine großen Auswahlmöglichkeiten für den WM-Kader gar nicht.

Er und Löw hätten momentan beide Kopfschmerzen, scherzte Tschertschessow. „Wir haben die gleichen Symptome, aber die Diagnose ist eine andere: Er hat zu viele Spieler, ich habe zu wenige“, sagte Tschertschessow. „Oft ist es schwierig, aus guten Jungs die richtigen auszuwählen. Bei mir ist das genauso. Wenn du nur wenige zur Verfügung hast, musst du auch gut auswählen.“

Tschertschessow leitet die Sbornaja seit Sommer 2016. Der Ex-Torwart von Dynamo Dresden hatte das Team nach einer Schlappe bei der EM in Frankreich übernommen.

Damals hatte die Sbornaja in der Kritik gestanden. Nun hätte sie ein positiveres Image als früher, so Tschertschessow. Das sei einem durchgeführten Generationenwechsel zu verdanken. „Wir sind ein Team geworden. Wir haben an unserer Mentalität gearbeitet, jetzt können wir richtig Gas geben.“

Zum Thema:

Fußball-WM in Russland rückt näher: Fans können sich registrieren
Vierbeiniger Prophet: Fußball-WM 2018 Orakel in Russland gefunden
So bereitet sich Moskauer Metro auf internationale WM-Gäste vor
Fußball-WM 2018: FC Schalke 04 spielt bei Stadioneröffnung in Kaliningrad
Tags:
Trainer, Fußball-WM 2018, Joachim Löw, Deutschland, Russland