Maskotte der WM-2018 in Russland

„Hölle auf Erden“: USA wollen Russland vor Fußball-WM diskreditieren

© Sputnik / Wladimir Astapkowitsch
Meinung
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David Armas Paz
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Die Kampagne zur Diskreditierung der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft in Russland hat einen nie dagewesenen Umfang erreicht. Besonders aktiv ist dabei die Internet-Organisation Avaaz mit Sitz in den USA, die behauptet, unabhängig zu sein. Allerdings stehen hinter ihr mächtige lobbyistische Kräfte, insbesondere George Soros.

„Avaaz“ hat vor kurzem mit der Sammlung von Unterschriften für einen Boykott der Fußball-WM in Russland begonnen. Das Ziel ist, Russland zu zwingen, seine Anti-Terror-Kampagne in Syrien einzustellen.

"Als Bürgerinnen und Bürger aus aller Welt fordern wir Sie dringend dazu auf, nicht an der WM in Russland teilzunehmen solange Russland nicht aufhört, Kinder in Syrien zu bombardieren. Kein Land, kein Team und keine Spieler sollten diese Gewalt dulden, indem sie das russische Regime bei der Weltmeisterschaft rühmen. Bitte sorgen Sie dafür, dass der Sport den Frieden fördert und nicht Kriege sponsert", heißt es in einem entsprechenden Appell mit dem Hashtag #cupofshame und dem Titel „Stoppt diese Hölle auf Erden“.

Symbol der Fußball-WM in Russland (Archiv)
© Sputnik / Michail Woskresenski
Vorerst wurde diese Petition von über einer Million Menschen unterschrieben. Doch die Kampagne gewinnt an Intensität.

Nicht zu vergessen ist, dass die Nationalmannschaft der USA in der WM-Qualifikation gescheitert ist und nicht nach Russland fahren darf. Das lassen sich die Amerikaner offenbar nicht gefallen und wollen deshalb Russland diskreditieren.

„Avaaz“ positioniert sich als Wohltätigkeitsorganisation und nutzt aktiv soziale Netzwerke. Sie ruft ihre Anhänger auf, Projekte in Bereichen wie Umweltschutz, Armutsbekämpfung und Schutz der Menschenrechte zu unterstützen. Solche Initiativen werden immerhin von sehr vielen Menschen befürwortet.

Aber manche „Avaaz“-Kampagnen rufen Fragen hervor. So engagierte die Organisation sich vor mehreren Jahren für das Flugverbot über Libyen, was die Einmischung der Nato in den Konflikt in diesem Land und am Ende den Zerfall des dortigen Staates, den blutigen Bürgerkrieg und den Flüchtlingsansturm nach Europa beförderte.

Sehr umstritten war auch die „Avaaz“-Unterstützung für die so genannten „Weißhelme“, deren Aktivitäten eher populistisch als effizient sind und die darüber hinaus mit Gruppierungen zusammenwirken, die von der Uno als Extremisten anerkannt wurden.

Was die antirussische Kampagne von „Avaaz“ angeht, so behauptet die Organisation, Russland würde „Kinder und unglückliche Familien“ in Syrien bombardieren. Dabei wird verschwiegen, dass diese „Kinder und unglücklichen Familien“ von den „friedlichen bewaffneten Rebellen“ als Geiseln gehalten werden – so war es vor einigen Jahren in Aleppo, so ist es auch jetzt in Ost-Ghuta. Es wird auch geschwiegen, wenn US-Bomben Krankenhäuser treffen.

„Wie Präsident Assad sein eigenes Volk vernichtet ist schauderhaft und klinisch: Er umzingelt Orte, damit die Zivilisten nicht fliehen können, schneidet den Zugang zu Nahrungsmitteln und Medikamenten ab“, heißt es weiter.

Kein Wort davon, dass „böse“ Russen zusammen mit der syrischen Regierungsarmee humanitäre Korridore schaffen — wie z.B. in Ost-Ghuta, wo innerhalb weniger Tage rund 70.000 Menschen einen solchen Korridor benutzen. Humanitäre und medizinische Hilfe, die Russland in Syrien leistet, wird sowieso nicht erwähnt.

„Avaaz“ wurde im Januar 2007 gegründet, als die Organisationen Res Publica und MoveOn.org sich vereinigten – allesamt von George Soros finanziert.. Die erste von ihnen hatte ihr Hauptquartier in New York und „förderte die Erweiterung der Demokratie“. Eines ihrer einflussreichsten Mitglieder war Ricken Patel, der jetzt „Avaaz“-Exekutivdirektor ist.

Die Organisation MoveOn.org macht kein Hehl daraus, dass sie eng mit der Demokratischen Partei verbunden ist. Sie wurde 1998 gegründet, um die Amtsenthebung des damaligen Präsidenten Bill Clinton nach dem Skandal um Monica Lewinsky zu verhindern. Zu ihren Mitbegründern gehörte Tom Pirriello, ehemaliges Kongressmitglied, der den sogenannten „Anti-Terror-Krieg“ förderte und auf der Präsenz von US-Truppen in Afghanistan und Pakistan bestand.

* Die Meinung des Autors muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

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Tags:
Fake-Berichte, Anti-Terror-Krieg, Petition, Kriegsverbrechen, Krieg, Boykott, Sanktionen, Fußball-WM 2018, Avaaz, Weißhelme, George Soros, Baschar al-Assad, Syrien, USA, Russland