17:14 22 Oktober 2017
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    Gouverneur von Kamtschatka: Die Erdölerkundung am Westkamtschatka-Schelf ist notwendig

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    PETROPAWLOWSK-KAMTSCHATSKI, 25. Mai /RIA Nowosti/. Auf die Notwendigkeit der Erdölerkundung am Westkamtschatka-Schelf verwies der Gouverneur des Gebiets Kamtschatka (Halbinsel im Nordosten des asiatischen Teils Russlands), Michail Maschkowzew. Das wurde der RIA Nowosti am Mittwoch im Pressedienst der Administration der Region mitgeteilt.

    Maschkowzew zufolge müsse man nach der Bewertung der Vorräte die ökologischen Folgen durch die mögliche Erdölerkundung studieren. Es werden Jahre und Jahrzehnte notwendig sein, um die industrielle Grundlage zu schaffen.

    Er hob hervor, dass heute für die Erkundungsarbeiten keine ökologischen Gutachten notwendig seien, denn diese seien hauptsächlich geophysikalischer Natur. Vorgesehen sei das Niederbringen einer Probeschrägbohrung.

    „Einige eifrige Politiker beschwören heute einen Sturm im Wasserglas herauf und wollen die Erkundungsarbeiten stoppen. Aber man darf nicht vergessen, dass zum Beispiel in den USA alle Vorräte am Ozeanschelf erkundet sind. Wir müssen wissen, worüber wir verfügen", sagte der Gouverneur.

    Die Ressourcen des Westkamtschatka-Schelfs werden vorläufig auf 900 Millionen Tonnen Einheitsbrennstoff geschätzt.

    Indessen sind die Ökologen der Meinung, dass im Fall der Erkundung der Erdölvorkommen des Schelfs die reale Gefahr der Zerstörung des Ökosystems des Ochotskischen Meeres bestehe.

    Wie Robert Moissejew, Direktor des Instituts für Ökologie und Naturnutzung der Fernöstlichen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften, sagte, gibt es in der Welt höchstens noch fünf Gebiete (und in Russland überhaupt nur ein Gebiet), die bezüglich der Produktivität der Reproduktion von Bioressourcen (Fisch und Krabben) vergleichbar seien. Die Zerstörung des Ökosystems des Ochotskischen Meeres werde der Wirtschaft der fernöstlichen Regionen unweigerlich schaden.

    Heute wird im Gebiet Kamtschatka ein Referendum zum Schutz des Westkamtschatka-Schelfs gegen die Erkundung und Ausbeutung von Kohlenwasserstoffen vorbereitet.

    Im Dezember vorigen Jahres wurden über 17 000 Unterschriften von Einwohnern Kamtschatkas unter einen Appell zur Verhinderung der Ausbeutung von Kohlenwasserstoffen am Westkamtschatka-Schelf des Ochotskischen Meeres gesetzt, wo Kamtschatka-Krabben und wertvolle Fischarten laichen.

    Abgeordnete von Kamtschatka wendeten sich im März an die Generalstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation mit der Bitte, die Gesetzlichkeit der Erkundung der Vorkommen zu prüfen.

    Unter anderem bitten die Abgeordneten, die Einhaltung der Gesetze „Über den Kontinentalschelf der Russischen Föderation", „Über die Bodenschätze" und „Über die ökologische Begutachtung" durch die staatliche Erdölgesellschaft Rosneft zu überprüfen, die eine Lizenz für die Erschließung eines Abschnitts des Westkamtschatka-Schelfs besitzt. Die Abgeordneten bestehen auch auf der Abstimmung der Pläne für die Erkundung von Kohlenwasserstoffen im Jahre 2005 mit den entsprechenden föderalen und örtlichen Behörden sowie gesellschaftlichen Organisationen. Sie halten es für notwendig, das Vorhandensein einer positiven staatlichen ökologischen Begutachtung zu überprüfen.

    Nach Angaben des Ministeriums für Naturressourcen der Russischen Föderation ist der Kontinentalschelf Russlands nach der Fläche der größte in der Welt. Sein Territorium beträgt mehr als 6,2 Millionen Quadratkilometer. 4 Millionen Quadratkilometer davon sind erdöl- und erdgasführend. Zugleich werden ernsthafte geologische Erkundungsarbeiten am Kontinentalschelf Russlands faktisch seit 1993 nicht vorgenommen. Das teilte Juri Trutnew, Minister für Naturressourcen, unlängst in einer Regierungssitzung mit.

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