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    Gazeta.ru: In zehn Jahren wird Lukoil Gasförderung auf 10-faches steigern

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    MOSKAU, 27. Mai (RIA Nowosti). Der Präsident der größten russischen Ölholding, Lukoil, Wagit Alekperow, hat am Donnerstag vor Investoren in New York erklärt, sein Unternehmen wolle den Erdgasanteil in seiner Bilanz auf 30 Prozent erhöhen. Gegenwärtig fördert Lukoil rund sieben Milliarden Kubikmeter Gas (4,5 Milliarden davon sind das Begleitgas bei der Ölförderung). In zehn Jahren will das Unternehmen die Förderung auf 50 Milliarden Kubikmeter steigern, teilt die Internetzeitung Gazeta.ru mit.

    Nach Ansicht von Michail Bakulew, Analytiker der Investmentgesellschaft AVK, bieten die Lukoil-Vorräte (1,1, Billionen Kubikmeter) durchaus die Möglichkeit, die Förderung radikal zu erhöhen.

    Die Realisierung der ambitionierten Pläne könnte höchstens von Gasprom behindert werden. Der Gasmonopolist ist nicht immer bereit, unabhängige Gasproduzenten an seine Pipelines heranzulassen. Aber in weiser Voraussicht stellte Alekperow gute Beziehungen mit dem Monopol her. Ende März unterzeichnete er ein Abkommen über die strategische Partnerschaft mit Gasprom bis 2014. Darin bekundete Lukoil seine Bereitschaft, in die Entwicklung des Gastransportsystems von Gasprom zu investieren. Außerdem äußerten die Unternehmen die Absicht, gemeinsam Öl- und Gasprojekte in Russland, im Raum des Kaspisees und in Usbekistan zu realisieren. Lukoil gab seine Zustimmung, 2005 und 2006 das gesamte Gas aus dem Vorkommen Nachodka in Westsibirien (elf Milliarden Kubikmeter im Jahr) an Gasprom zu verkaufen, schreibt Gazeta.ru.

    Laut Dmitri Mangilew, einem Analytiker der Investmentgesellschaft Prospekt, wird Lukoil keine Konflikte mit Gasprom suchen. Sollte beim Monopol ein Gasdefizit entstehen, würde unter anderem auch Lukoil dieses wettmachen müssen. Diese Variante der Zusammenarbeit ist für beide Unternehmen von Vorteil. Das Monopol erwirbt Gas zu einem niedrigeren Preis und verkauft dieses an den Endabnehmer zu einem höheren, während Lukoil „nichts für den Transport ausgibt und keine Probleme mit dem Zugang zum Rohr hat", so Mangilew.

    „Oftmals können die unabhängigen Produzenten ihr Gas nicht absetzen, so dass die Pipeline als Gastanker verwendet werden muss. An Lukoil gibt es keine solche Ansprüche", stellte Sergej Glaser aus dem Unternehmen Vostok-Nafta, Minderheitsaktionär von Gasprom, fest. „Außerdem hilft die Ölfirma Gasprom bei der Entwicklung der Infrastruktur neuer Regionen. Deshalb sind zwischen Gasprom und Lukoil besondere Beziehungen entstanden."

    Die russische Ölfirma Lukoil förderte im Jahre 2003 81,5 Millionen Tonnen Öl und 5,5 Milliarden Kubikmeter Gas. Auf der von der Agentur Energy Intelligence Group zusammengestellten Liste der größten Öl- und Gasunternehmen der Welt für 2003 stand Lukoil auf Platz 20.