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    Russlands Zentralbank: Ein Drittel russischer Banken missachtet Geldwäschegesetz

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    MOSKAU, 30. Mai (RIA Nowosti). Ein Drittel der russischen Banken, die nicht am Einlagenversicherungssystem beteiligt sind, erfüllen die Forderungen des Geldwäschegesetzes nicht.

    Dies teilte der Stellvertreter des Präsidenten der russischen Zentralbank, Viktor Melnikow, am Montag auf der Konferenz „Aktuelle Trends bei der Bekämpfung von Geldwäsche in der Welt und die russische Gesetzgebung" mit.

    Bei der Prüfung der Banken zur Aufnahme in die Einlagenversicherung habe die Zentralbank insbesondere auf die Erfüllung der Geldwäschegesetze geachtet, sagte Melnikow. Dieses Kriterium sei bei der Aufnahme ins Einlagenversicherungssystem entscheidend gewesen.

    2003 und 2004 habe die Zentralbank 1699 bzw. 2592 Inspektionen vorgenommen. Die Ergebnisse bezeugen, dass die Banken ihre Anstrengungen zur Bekämpfung der Geldwäsche verstärken. So hatten die Banken 2002 und 2003 bei der Föderalen Finanzaufsichtsbehörde lediglich 350.000 bzw. 950.000 Verdacht erregende Transaktionen angezeigt, 2004 waren es schon zwei Millionen Verdachtsfälle.

    Zugleich gebe es Kreditanstalten, die seit dem Inkrafttreten des Geldwäschebekämpfungsgesetzes vor drei Jahren nicht einmal eine einzige Verdachtsanzeige eingereicht haben. „Diese Banken stehen unter unserer besonderen Kontrolle", betonte Melnikow.

    2004 habe die Zentralbank bei den Prüfungen von Banken um 40 Prozent mehr Verstöße gegen Geldwäschegesetze festgestellt als 2003. Der Erfolg im Kampf gegen die Legalisierung von Gewinnen aus schweren Straftaten hänge von der Zusammenarbeit der Banken auf diesem Gebiet ab, sagte Melnikow. Als ein positives Beispiel führte er ein Kooperationsabkommen der acht russischen Banken, darunter Sberbank, Vneshtorgbank, Vnesheconombank, Alfa-Bank, Bank Senit, Bank Moskaus und Raiffeisenbank, an, das 2004 abgeschlossen wurde.