00:06 17 Oktober 2017
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    "Gaseta": Russland wurde IWF-Gläubiger

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    MOSKAU, 01. Juni (RIA Nowosti). Die 204 Millionen Dollar, die Russland dank einer vorfristigen Rückzahlung der Verschuldung an den Internationalen Währungsfonds (IWF) eingespart hat, werden durch neue Verpflichtungen gegenüber dem Fonds verschlungen. Russland verwandelt sich aus einem großen internationalen Schuldner in einen Gläubiger. Am Dienstag unterzeichnete Premier Michail Fradkow eine Anweisung, wonach Russland einen Beitrag in Höhe von 49 Millionen SDR (IWF-Verrechnungseinheit, die rund 73 Millionen Dollar entspricht) an den IWF überweisen wird. Bisher war Russland als Schuldner von solchen Zahlungen befreit gewesen, berichtet die „Gaseta" am Mittwoch.

    Wie es im Finanzministerium hieß, tätige Russland erstmals eine solche Zahlung. Nach den Regeln des Fonds zahlen die Mitglieder Quartalsbeiträge, die dann für IWF-Kredite verwendet werden. Am 31. Januar dieses Jahres zahlte Russland dem Fonds die Reste seiner Verschuldung in Höhe von 3,3 Milliarden Dollar zurück. Nach dem Terminplan hätte Moskau seine Schulden bis 2008 zurückzahlen müssen, so aber konnte bei den Jahreszinsen gespart werden. Es war geplant, die eingesparten Mittel für die Haushaltsausgaben zu verwenden. Diese Hoffnungen gingen aber nicht in Erfüllung.

    Die 73 Millionen Dollar, die Russland für IWF-Kredite einzahlt, entsprechen praktisch der gesamten Einsparung bei den Zinsen für dieses Jahr. Die nächsten Beiträge wird man also bereits aus anderen Quellen zahlen müssen. Einen anderen Ausweg gibt es aber nicht: Die Größe des Beitrags hängt von der Quote des jeweiligen Landes in der IWF ab. Die größte Quote haben mit 17,16 Prozent die USA. Russland liegt dabei mit 2,8 Prozent auf Platz zehn. Dennoch ist Russlands Position im Fonds bedeutender als in der Weltwirtschaft: Mit seinem BIP belegt Russland nur den 16. Platz in der Welt. Dies ist auch verständlich: 1992 wurde Russland als Rechtsnachfolger der UdSSR zu recht ehrenvollen Bedingungen in den IWF aufgenommen. Damals brauchte Russland Kredite. Je größer aber die Quote eines Landes ist, desto größere Finanzhilfe kann es auch bekommen.

    Nun wird Moskau für den neuen Status des Gläubigers zahlen müssen. Vorerst kann man nicht sagen, wo das russische Geld hingehen wird. Den Beschluss fasst der IWF, in dem Russland keine entscheidende Stimme hat. Allerdings gibt es unter den Ländern, die aktiv IWF-Kredite beziehen, auch Russlands Nachbarn, beispielsweise Georgien, stellt die „Gaseta" fest.