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    "Wedomosti": Fusion russischer Flugzeughersteller wird verschoben

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    MOSKAU, 02. Juni (RIA Nowosti). Das ambitionierte Projekt einer Fusion der russischen Flugzeugbauunternehmen in eine einheitliche Gesellschaft (OAK) wird verschoben. Entgegen dem Wunsch von Präsident Wladimir Putin werde die Gesellschaft bis Ende 2006 kaum entstehen, meinen Experten.

    Wie die Wirtschaftszeitung „Wedomosti" am Donnerstag schreibt, sollten die größten privaten und staatlichen Flugzeugbaufirmen Russlands - „Suchoi", „Irkut", „MiG", „Iljuschin" und „Tupoljew" - bis Ende 2006 zu einer einheitlichen Gesellschaft fusionieren, in der der Staatsanteil 60 bis 70 Prozent betragen sollte. In der OAK-Struktur sollten es untergeordnete Holdings je nach der Art der Erzeugnisse - Militärflugzeuge, zivile und Transportflugzeuge - geben.

    Es gelingt jedoch nicht, den Fusionsmechanismus operativ in Gang zu bringen. Der vom Ministerium für Industrie und Energiewirtschaft vorbereitete Entwurf eines Präsidentenerlasses über die OAK-Gründung wurde vom Kreml zur Überarbeitung zurückgeschickt. Seit Ende Mai korrigieren Beamte der Föderalen Industrieagentur (Rosprom) den Erlass immer wieder von Neuem. Ein Sprecher der Behörde konnte nicht sagen, wann die Arbeit abgeschlossen wird. „Verschiedene Beamtengruppen aus der Flugzeugbaubranche und Unternehmer können sich nicht darüber einigen, wer von ihnen wichtiger ist und wessen Protege OAK leiten wird", erklärte der Manager einer der staatlichen Flugzeugbaugesellschaften die Ursache der Verzögerung.

    Angesichts der Verzögerungen wird es nicht möglich sein, OAK bis Ende 2006 zu gründen, weil die Arbeit gemäß dem Plan längst im Gange hätte sein sollen, stellt Jelena Sachnowa, Analytikerin der Investmentgesellschaft OFG, fest. Dabei leitet die Regierung in den letzten Monaten die Rüstungsindustrie und den Flugzeugbau so gut wie gar nicht, meint Konstantin Makijenko, Experte des Zentrums für Strategien- und Technologienanalyse.

    Ohne eine dringende Konsolidierung könnte die Branche verloren gehen, so Sachnowa, während Makijenko darauf hinweist, dass sich die ukrainischen Konkurrenten zum Konzern „Antonow" zusammengeschlossen haben. Die russischen Beamten haben es aber nicht vermocht, „selbst die Fusion von zwei Flugzeugleasing-Gesellschaften innerhalb von fünf Jahren zu bewerkstelligen". Umso weniger werden sie in der Lage sein, die Flugzeugbauindustrie zu vereinigen, weil „das Wichtigste für sie darin besteht, am Futterkorb zu bleiben", empört sich Alexander Lebedew, Hauptbesitzer der Nationalen Reservegesellschaft, der 36 Prozent der Flugzeugleasingfirma „Iljuschin Finance" gehört.

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