Radio
    Wirtschaft

    Russlands Premier Fradkow ruft zur Bändigung der Inflation auf

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    0 1 0 0
    MOSKAU, 02. Juni (RIA Nowosti). Russlands Ministerpräsident Michail Fradkow hat die Regierung aufgerufen, Maßnahmen zur Verhinderung eines weiteren Inflationsanstiegs zu ergreifen.

    „Zu negativen Momenten des 1. Quartals 2005 gehört die wachsende Inflation, die zu zusätzlichen Haushaltsausgaben führen kann", stellte er in einer Kabinettssitzung am Donnerstag fest. „Man muss ernstrangige Maßnahmen zur Bändigung des Inflationsanstiegs ergreifen."

    Ursprünglich war im Föderationshaushalt eine Jahresinflation von 8,5 Prozent für 2005 vorgesehen gewesen.

    Am 5. März veröffentlichte Russlands Finanzministerium jedoch einen Bericht, nach dem die Jahresinflation 2005 auf zehn Prozent steigen könnte. Am 18. März verkündete German Gref, Minister für Wirtschaftsentwicklung und Handel, eine Inflation im Bereich zwischen 8,5 und zehn Prozent sei möglich. „Alles wird von den Sommermonaten abhängen", betonte er damals.

    Wie Fradkow weiter ausführte, waren die Einnahmen des Föderationshaushalts im 1. Vierteljahr 2005 um 47 Prozent höher als geplant. Sie beliefen sich auf 1,196 Billionen Rubel (ein US-Dollar = 28,18 Rubel). Die Ausgaben machten 850 Milliarden und der Einnahmenüberschuss 346 Milliarden Rubel aus.

    Einen wesentlichen Teil der Haushaltseinnahmen - 267 Milliarden Rubel - hat die Arbeit der Kontrollorgane der Exekutivmacht ermöglicht, betonte Fradkow.

    „Die Ausgaben des Föderationshaushalts bieten die Möglichkeit, die Verpflichtungen der Regierung vor solchen Branchen zu erfüllen wie Gesundheits- und Bildungswesen, Kultur, nationale Verteidigung und Rechtsschutz", stellte der Premier fest.

    Zugleich meinte Finanzminister Alexej Kudrin, dass die Realeinkommen der Bevölkerung im 1. Quartal 2005 lediglich um drei Prozent gestiegen sind - „wesentlich weniger als im vergangenen Jahr".

    Die Realeinkommen der Bevölkerung hängen nach seinen Worten von zwei Faktoren ab - vom Lohn- und vom Inflationsniveau.

    „Der langsamere Lohnanstieg und die schnellere Inflation führten zu einem überaus geringen Wachstum der Einkommen der Bevölkerung im Vergleich zum 1. Vierteljahr des vergangenen Jahres", stellte er fest. „Dies ist eine besorgniserregende Tendenz."

    Regierungschef Fradkow rief seinerseits die Regierung zu einer möglichst baldigen Billigung der Änderungen des Föderationshaushalts auf, die eine Steigerung von Renten, Stipendien und Löhnen der Staatsbediensteten vorsehen, damit die Staatsduma-Abgeordneten diese noch auf der jetzigen Frühlingstagung behandeln können.

    „Man muss die Änderungen noch auf der Frühlingstagung der Staatsduma annehmen, weil die Verpflichtungen bereits übernommen worden sind. Die Menschen warten auf entsprechende Zahlungen", fügte Fradkow hinzu.