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    Illarionow für die Privatisierung der Erdöl- und der Erdgasbranche und für die Abschaffung der Einschränkungen für fremdes Kapital im Brennstoff- und Energiekomplex

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    MOSKAU, 02. Juni (RIA Nowosti). Der Wirtschaftsberater des russischen Präsidenten, Andrej Illarionow, tritt für die Privatisierung der Erdöl- und der Erdgasbranche und für die Abschaffung der Einschränkungen für ausländisches Kapital im Brennstoff- und Energiesektor ein. Diese Empfehlungen hat er am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Moskau dargelegt.

    Nur diese „Arzneimittel" können nach Ansicht Illarionows Russland gegen die „holländische" und die „venezolanische" Krankheit helfen.

    Unter weiteren „Arzneimitteln" nannte der Experte die Abschaffung der Einschränkungen für Privatinvestitionen in Rohrleitungen, Häfen und elektrische Netze, den Verkauf von Energie-Aktiva an ausländische Investoren sowie die Abschaffung des OPEC-Monopols.

    Illarionow verglich die „holländische Krankheit" mit „Fettsucht, Tumor und Neurose auf einmal". Laut dem Experten habe diese „Rohstoff-Krankheit der Wirtschaft" zu einem drastischen Sinken des Niveaus der Wirtschaftspolitik und zum „Infantilismus" geführt.

    „Die Wirtschaftsbehörden haben einen Kopfschwindel von dem Erfolg, der von den zunehmenden Einnahmen aus dem Ölverkauf hervorgerufen ist. Sie haben das Gefühl, sie könnten alles tun", fügte Illarionow hinzu.

    Wie der Präsidentenberater weiter ausführte, sind in Russland bereits Symptome der sogenannten „venezolanischen Krankheit" zu beobachten. Der Experte erinnerte an die Erfahrungen Venezuelas und anderer OPEC-Länder, die vor mehreren Jahren ihre Erdölbranche nationalisiert hatten. Das habe ein merkliches Sinken des BIP in diesen Ländern verursacht, bemerkte der Berater.

    „Die Krankheiten dieser Gruppe, an denen die russische Wirtschaft heute leidet, sind sehr schwer. Hier nützt keine einfache Therapie", sagte Illarionow.

    Der Experte warnte vor der Nutzung von Mitteln aus dem Stabilisierungsfonds innerhalb des Landes, darunter auch zur Finanzierung größerer Infrastrukturprojekte. Laut dem Präsidentenberater würde dies so aussehen, „als wenn sich infizierte Tumorzellen im ganzen Körper ausbreiteten".