13:08 26 September 2017
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    "Gaseta": Wird eine weitere Yukos-Tochter zum Verkauf an den Staat vorbereitet?

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    MOSKAU, 03. Juni (RIA Nowosti). Die Ölfirma Yukos hat einen relativ großen Sieg im Gerichtsstreit mit dem russischen Fiskus. Das Arbitragegericht setzte am Vortag die Steuerforderungen an die Yukos-Tochter Samaraneftegas für 2003 von sieben auf drei Milliarden Rubel (ein US-Dollar = 28,37 Rubel) herab. Wie die Tageszeitung "Gaseta" am Freitag feststellt, hat es eine derart große Herabsetzung von Forderungen in der Praxis des Konzerns noch nicht gegeben.

    Wahrscheinlich verringern die Beamten die Steuerbürde von Samaraneftegas, um das Unternehmen anschließend an das Staatsunternehmen Rosneft zu verkaufen. Allerdings wird der Sinneswandel der Beamten gegenüber dem zweitgrößten Förderunternehmen von Yukos diesem kaum das Leben erleichtern. Die Holding steht beim Staat weiterhin mit rund 450 Milliarden Rubeln in der Kreide (einschließlich der Schulden, die vom Gericht noch nicht bestätigt wurden). Die Herabsetzung der Samaraneftegas-Schulden würde für den nächsten Käufer vom Vorteil sein, wenn der Staat dieses Objekt zur Tilgung der Schulden der Muttergesellschaft versteigern lässt.

    Der Hauptanwärter auf den Erwerb von Samaraneftegas ist nach Ansicht von Analytikern das Staatsunternehmen Rosneft. Nachdem diese Firma den wichtigsten Yukos-Förderbetrieb Yuganskneftegas erworben hat, verfügt sie nicht nur über ein Unternehmen mit einer Jahresförderung von 50 Millionen Tonnen Öl, ihr sind auch die Schulden von Yuganskneftegas in Höhe von fünf Milliarden Dollar zugefallen. Jetzt versucht Rosneft diese Schulden auf gerichtlichem Wege auf Yukos umzuleiten mit der Begründung, gerade die Manager der Holding stünden hinter den Schemen zur Steueroptimierung.

    Sollte aber das Schiedsgericht die Argumente des Staatsunternehmens akzeptieren, so wird letzteres gar nicht erst abzuwarten brauchen, bis die Beamten Samaraneftegas zum Kauf anbieten werden. Rosneft ist bereits ein großer Yukos-Gläubiger geworden, weil das Staatsunternehmen bei Yukos verlorengegangenen Gewinn in Höhe von mehr als zwei Milliarden Dollar gerichtlich erstritten hat. Zusammen mit den anderen Forderungen könnten die Yukos-Schulden gegenüber Rosneft auf das Mehrfache steigen. Als Tilgung dieser Schulden wird das Staatsunternehmen die Firma Samaraneftegas nehmen können, deren Aktien gemäß einer Rosneft-Klage bereits beschlagnahmt wurden.

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