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    Leiter der IWF-Mission: Russlands Haushalt wird 2006 bei einem Erdölpreis von 31 USD pro Barrel ausgeglichen sein

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    MOSKAU, 03. Juni (RIA Nowosti). Der Internationale Währungsfonds (IWF) meint, dass der russische Haushalt für 2006 ausgeglichen sein wird, wenn darin ein Erdölpreis von 31 US-Dollar pro Barrel berücksichtigt wird. Das erklärte Paul Thomsen, Leiter der IWF-Mission in Russland, am Freitag auf einer Pressekonferenz.

    „Von unserem Standpunkt aus ist es eine große Aufgabe, unter Berücksichtigung der sozialen Ausgaben und der ständigen Zahlungen diese Zahl in Höhe von 31 US-Dollar pro Barrel zu halten", sagte Thomsen.

    Seiner Meinung nach war der Haushalt 2004 bei einem Erdölpreis von 23 US-Dollar pro Barrel ausgeglichen, und für den Haushalt 2005 sind es 28 US-Dollar pro Barrel (ohne Berücksichtigung der Änderungen am Haushalt, die noch Ende des Jahres vorgenommen werden können).

    Beim IWF meint man, dass die Einnahmen Russlands aus den hohen Erdölpreisen im Stabilisierungsfonds akkumuliert sein müssen.

    „Wir meinen, dass die Einnahmen über der unveränderlichen Preisgrenze vorläufig im Stabilisierungsfonds akkumuliert werden müssen, solange Russland nicht zur Durchführung von Reformen bereit ist", erklärte Paul Thomsen.

    Ihm zufolge tragen heute zusätzliche Einnahmen aus dem Erdölverkauf wegen der Hinauszögerung der Reformen nicht zur Modernisierung der Wirtschaft bei.

    „Wir befürchten, dass dies in Zukunft zur Erhöhung der laufenden Ausgaben (des Haushalts) führt und Russland die Chance für das Wirtschaftswachstum im Falle eines Rückganges der Erdölpreise verpassen wird", sagte Thomsen.

    Dabei hob er hervor, dass die Hauptgefahr für die russische Wirtschaft nicht in der Senkung der Erdölpreise auf dem Weltmarkt, sondern darin bestehe, dass die zusätzlichen Einnahmen aus dem Erdöl nicht besonders sinnvoll ausgegeben werden, sondern in soziale Leistungen (Entlohnung, Renten und andere ständige Ausgaben) abfließen.

    Thomsen betonte auch, dass er die Bereitstellung von Mitteln des Stabilisierungsfonds zur vorfristigen Tilgung der Verschuldung gegenüber dem Pariser Klub für eine durchaus vernünftige und richtige Entscheidung halte, die vom ökonomischen Standpunkt zweckmäßig sei.