13:57 17 Januar 2017
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    Illarionow für Privatisierung der Öl- und Gasindustrie und Aufhebung von Restriktionen für Auslandskapital in der Branche

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    MOSKAU, 03. Juni (RIA Nowosti). Andrej Illarionow, Wirtschaftsberater des Präsidenten der Russischen Föderation, setzt sich für die Privatisierung der Erdöl- und der Erdgasindustrie sowie die Aufhebung von Restriktionen für Auslandskapital auf diesen beiden Sektoren ein. Der Wirtschaftsberater des Präsidenten äußerte diese Empfehlungen am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Moskau.

    Nur eine solche „Medizin" werde, so Illarionow, Russland helfen, die „niederländische" und die „venezolanische" Krankheit zu überwinden.

    Unter anderen Medikamenten nannte der Präsidentschaftsberater auch die Aufhebung von Beschränkungen für Privatinvestitionen in Pipelines, Häfen und elektrische Netze, den Verkauf von Aktiva der Energiebranche an ausländische Investoren sowie die Liquidierung des OPEC-Monopols.

    Illarionow verglich die „niederländische Krankheit" mit „Verfettung, Geschwulst und Neurose zugleich". Wie er sagte, habe diese rohstoffbedingte Krankheit der Wirtschaft eine einschneidende Senkung der Qualität der Wirtschaftspolitik und „Infantilismus" bewirkt.

    „Den Wirtschaftsbehörden schwindelt es vor lauter Erfolgen, die eine Folge der steigenden Einnahmen aus dem Ölverkauf sind, und sie haben allmählich das Gefühl, sie könnten und dürften alles", fügte Illarionow hinzu.

    Seinen Worten zufolge seien in Russland auch Symptome der so genannten „venezolanischen Krankheit" zu beobachten. Er berichtete über die Erfahrungen Venezuelas und anderer OPEC-Länder, die vor mehreren Jahren die Erdölindustrie monopolisiert haben. Das habe zu einer beträchtlichen Senkung des Bruttoinlandsproduktes in diesen Ländern geführt, stellte der Berater des Präsidenten fest.

    „Es sind schwere Krankheiten, an denen heute die russische Wirtschaft leidet. Sie können nicht mit einer einfachen Behandlung geheilt werden", sagte Illarionow.

    Er warnte ferner davor, die Mittel des Stabilisierungsfonds innerhalb des Landes, etwa zur Finanzierung von großen Infrastrukturprojekten, anzuwenden. Das ergäbe, sagte Illarionow, „eine Ausbreitung von infizierten Geschwulstzellen auf den ganzen Organismus".

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