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    Banken sollten nunmehr Informationen über Verbraucherkredite freigeben

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    ST. PETERSBURG, 03. Juni (RIA Nowosti). Der Föderale Antimonopoldienst (russ. Abk.: FAS) schlägt vor, die Forderung an die Banken, die Informationen über die Verbraucherkredite vollständig freizugeben, gesetzlich zu fixieren. Das teilte der stellvertretende Leiter des FAS Andrej Kaschewarow am Donnerstag beim 14. Internationalen Bankkongress mit.

    Kaschewarow betonte, dass das Wachstumstempo bei der Zahl der Verbraucherkredite in den zurückliegenden vier Jahren das Wachstum aller anderen Kreditierungsarten überholt hat. Die eingeräumten Verbraucherkredite belaufen sich momentan auf mehr als 600 Milliarden Rubel (ein US-Dollar entspricht 28,18 Rubel). Doch die von den Banken gemeldeten Zinssätze bei den Verbraucherkrediten sind laut Kaschewarow mehr als doppelt so hoch, wie die Kalkulationszinssätze.

    Zum Schutz der Verbraucherrechte hat der FAS vor kurzem gemeinsam mit der Zentralbank Russlands Empfehlungen für die Standards der Freigabe von Informationen bei der Einräumung von Verbraucherkrediten veröffentlicht. Laut diesen Empfehlungen werden den Kreditnehmern von den Banken vollständige Informationen über die Kreditbedingungen sowie über den Zahlungsplan und den vollständigen Kalkulationswert der Kredite gewährt.

    „Jetzt ist es an der Zeit, diese Frage gesetzlich zu regeln", betonte der stellvertretende FAS-Chef.

    Wie Kaschewarow weiterhin erläuterte, sind diese Empfehlungen für die Banken nicht bindend. Aber ihre Nichtbefolgung würde den Kreditnehmern signalisieren, dass die betreffende Bank etwas verheimlichen wolle, so Kaschewarow.

    Der Experte bemerkte ferner, dass Übergriffe auf dem Verbraucherkreditmarkt heute auch im Rahmen des Verwaltungskodex durch die Unterbindung einer unfairen Konkurrenz auf dem Markt für Finanzdienstleistungen bekämpft werden können.

    Kaschewarow informierte ferner, dass die Empfehlungen in Zukunft durch die Pflicht der Banken ergänzt werden könnten, die Kreditnehmer über die Zinssätze bei Verbraucherkrediten in anderen Kreditorganisationen zu informieren. Diese Maßnahme wird auch in anderen Ländern angewendet. Aber in Russland „wäre diese Maßnahme noch verfrüht", meinte Kaschewarow.

    Der Erste Stellvertreter des Vorsitzenden der Zentralbank Russlands, Andrej Koslow, riet seinerseits den Vertretern der Bankgemeinschaft, den gemeinsamen Empfehlungen des FAS und der Zentralbank Russlands Gehör zu schenken. Anderenfalls würde die Zentralbank dem FAS Informationen über die Banken zur Verfügung stellen, die diese Empfehlungen nicht befolgen, bemerkte Koslow.