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    Nowyje Iswestija": IWF prophezeit die Inflation in Russland nicht unter 13,7 Prozent

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    MOSKAU, 06. Juni (RIA Nowosti). Das Wachstumstempo des Verbrauchs in Russland übersteigt wesentlich das Tempo des Wirtschaftswachstums, was im Ergebnis 2005 zu einer Inflation von mindestens 13,7 Prozent führen wird. Das sei die Hauptschlussfolgerung einer Kommission des Internationalen Währungsfonds (IWF), die in Moskau ihre Arbeit beendete, schreibt die gesellschafspolitische Zeitung „Nowyje Iswestija".

    IWF-Experten üben jährlich eine Kontrolle über die russische Wirtschaft aus. Mitte der 90er Jahre hingen neue Anleihen für Russland von ihren Schlussfolgerungen ab. Nachdem die Russische Föderation in diesem Januar die Verschuldung gegenüber dem Fonds in Höhe von 3,3 Milliarden US-Dollar vorfristig getilgt hatte, können es sich die russischen Behörden leisten, dem IWF ruhiger Gehör zu schenken und seine Empfehlungen als nicht unbedingt verbindliche Ratschläge aufzufassen.

    Am Freitag gab Paul Tomsen, Leiter der IWF-Mission in Russland, die Hauptmomente seines Berichtes bekannt. Der russischen Regierung wurde empfohlen, die Ausgaben für den Haushaltsbereich zu beschränken und sich endlich mit Reformen zu befassen. Internationale Experten unterzogen die russischen Beamten wegen ihrer Neuerungen im Steuersystem einer starken Kritik.

    Russische Spezialisten, betont die Zeitung, haben eine unterschiedliche Einstellung zu den Schlussfolgerungen internationaler Experten. Anton Strutschenewski, Analytiker der Verwaltungsgesellschaft Troika Dialog, ist mit den IWF-Schlüssen einverstanden. Der Fall Yukos, die Steuerforderungen an große Unternehmen und eine undeutliche Wirtschaftspolitik des Staates führten dazu, dass sich das Tempo des Wirtschaftswachstums verlangsamte und eine Disproportion zwischen der Inlandsnachfrage und dem Inlandsangebot entstand. Im Ergebnis stiegen die Preise an.

    „Obwohl der IWF einen zunehmenden Verbrauch unter russischen Bürgern feststellte, ist er vorläufig unzureichend, denn er startete ursprünglich von einem sehr niedrigen Niveau", erklärte Sergej Nikolajenko, Experte des Büros für die Wirtschaftsanalyse.

    Alexander Liwschiz, Ex-Finanzminister, meint: „Wenn Bürger heute mehr Geld haben, so muss man sie veranlassen, dies nicht nur auszugeben, sondern auch zu sparen. Die erste Variante ist, den Dollar anzuheben. Dann werden Bürger etwas in Dollar sparen. Es lohnt sich darüber nachzudenken, die Renteninvestitionsfonds zu unterstützen. Man könnte sich auch die Ausgabe von Staatspapieren für Bürger überlegen oder auch die Zinsen bei staatlichen Banken erhöhen."

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