16:05 19 Januar 2017
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    „Bisness": Russische Unternehmen erschließen Auslandsmärkte immer aktiver

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    MOSKAU, 06. Juni (RIA Nowosti). Dank der günstigen Weltkonjunktur haben russische Firmen frei verfügbare Geldmittel, die es ihnen ermöglichen, aktiv die Auslandsmärkte zu erschließen. Über die Trends dieses Prozesses berichtet Leonid Wardomski, Leiter des Zentrums GUS und Baltikum beim Institut der internationalen Wirtschafts- und Politikstudien der Russischen Wissenschaftsakademie, in einem Gespräch mit der Tageszeitung „Bisness".

    Die russische Wirtschaft zeigt selbstverständlich Interesse für ausländische Aktiva, insbesondere in den GUS-Staaten. Doch ist dieses Interesse stark nach Ländern differenziert. Einige Staaten wie Weißrussland, Usbekistan, Tadschikistan und Turkmenien haben eine zentralisierte Wirtschaft, so dass es ohne eine politische Entscheidung unmöglich ist, den Zugriff auf die Aktiva zu bekommen. In anderen Ländern, so etwa in Kasachstan und Aserbaidschan, sind die attraktivsten Aktiva bereits unter Investoren aus Drittländern verteilt. Die üppigsten Schnäppchen wurden daher in der Ukraine gemacht: Dort hat man Unternehmensanteile hauptsächlich in den Bereichen Hüttenwesen, Erzbergbau, Erdölverarbeitung, Stromwirtschaft, Lebensmittelindustrie, Erholungs-, Hotelindustrie übernommen. Heute erweckt die Agrarwirtschaft ein immer größeres Interesse, denn die russische Lebensmittelindustrie modernisiert sich, und es mangelt ihr an Rohstoffen.

    Die Richtung der Geschäftsexpansion hängt von den Zielen und der Entwicklungsstrategie der jeweiligen Firma ab, sagt Wardomski nach Angaben der Zeitung. Es liegt eigentlich im politischen Interesse des Staates, dass die Firmen in den Nachbarstaaten festen Fuß fassen. Dabei handelt es sich nicht nur um die GUS-Staaten, sondern auch um den riesigen und von der russischen Wirtschaft noch nicht erschlossenen chinesischen Markt, um Finnland und die Türkei, um den Iran und um das Baltikum.

    Es ist erstaunlich, dass die russischen Unternehmen in Zentral- Osteuropa und im Baltikum es am schwersten haben. Dort herrschen bestimmte politische Vorurteile gegen russische Unternehmen und gegen Russland insgesamt. In Polen, Slowakei, Ungarn und Bulgarien kam es vor, dass russischen Unternehmen unter verschiedenen Vorwänden die Beteiligung an Ausschreibungen verweigert wurde. Viel leichter haben es russische Geschäftsleute in Westeuropa und in den USA, wo die Kaufbedingungen viel transparenter sind.

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