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    Ex-Finanzminister prognostiziert Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in Russland

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    MOSKAU, 06. Juni (RIA Nowosti). Der Abgeordnete der Staatsduma (Unterhaus des russischen Parlaments) Michail Sadornow, Ex-Finanzminister Russlands (1997 - 1999), prognostiziert eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in Russland in mittelfristiger Perspektive. Er äußerte diese Meinung am Montag auf der Konferenz „Schuldenmarkt: Russland und die Investitionsmöglichkeiten in der GUS".

    Sadornow erläuterte: Im ersten Quartal 2005 hätten die Erdölpreise ihr historisches Maximum erreicht. Sie seien um 40 Prozent höher als im gleichen Zeitraum von 2004 gewesen. „Das kann nicht lange anhalten", meint der Abgeordnete.

    Außerdem sei es eine Priorität der Haushaltspolitik, bis Ende 2008 die Nominallöhne zu verdoppeln und die Renten um 80 Prozent zu erhöhen. Die in die Staatsduma eingebrachten Änderungen zum Haushalt von 2005 setzten eine Ausgabenerhöhung um 350 Milliarden Rubel (1,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes) voraus, wovon 320 Milliarden Rubel dem Verbrauch zugeführt würden. „Das ist eine wesentliche Schwächung der Haushaltspolitik", sagte Sadornow.

    Er fügte hinzu, dass 2006 eine weitere Schwäche der Haushaltspolitik - um 2 bis 2,5 Prozent - erwartet werde.

    Sadornow gab zu, dass das Tempo des Wirtschaftswachstums in den letzten fünf Jahren mit einem Durchschnitt von 6,5 Prozent nicht schlecht war. Doch seit Mitte 2004 sei seine Verlangsamung zu beobachten. „Dieser Trend ist auch in den ersten fünf Monaten von 2005 zutage getreten", sagte Sadornow.

    Auf die Ursachen des langsameren Wirtschaftswachstums eingehend, verwies der Abgeordnete auf die Senkung des Wachstumstempos bei Ölförderung und -export infolge der Situation um „Yukos". Im Jahre 2005 sei, so Sadornow, eine Steigerung der Ölgewinnung von ungefähr 4 Prozent zu prognostizieren. Somit sei dieser Zweig nicht mehr die Lokomotive des Wirtschaftswachstums.

    Außerdem sei auf dem Weltmarkt ein gewisser Preisrückgang bei den Erzeugnissen der Schwarzmetallurgie zu beobachten. Demgemäß höre der Export als Ganzes auf, die wichtigste Quelle des Wirtschaftswachstums in Russland zu sein.

    Sadornow wies außerdem auf die Verlangsamung des Wachstumstempos der Investitionen in Russland hin.

    Bei einem Vergleich mit den Ländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) betonte er, dass Russland in den ersten vier Monaten von 2005, was das Tempo des Wirtschaftswachstums angehe, an 9. Stelle unter den 12 GUS-Ländern stehe. Auch der Vergleich mit Indien und China falle ungünstig aus, fügte Sadornow hinzu.

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