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    Russland wird nach WTO-Beitritt aktiv Antidumping anwenden

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    MOSKAU, 6. Juni /RIA Nowosti/. Russland wird nach dem WTO-Beitritt aktiv Antidumping-Maßnahmen gegenüber den Importerzeugnissen treffen, erklärte Maxim Medwedkow, Direktor des Departements Handelsverhandlungen des Ministeriums für Wirtschaftsentwicklung und Handel, am Montag auf der Konferenz für Schutzmaßnahmen im Handel, die von der Vertretung der Europäischen Kommission in Moskau durchgeführt wurde.

    „Das Antidumping wird aktiver im Welthandel angewendet, darunter auch durch Russland. Ich glaube, dass Russland die Antidumping-Maßnahmen viel aktiver anwenden wird, wenn es in einem halben oder einem Jahr der WTO beitritt", sagte der Sprecher des Ministeriums für Wirtschaftstentwicklung und Handel.

    Er erklärte das damit, dass nach dem WTO-Beitritt der Zugang ausländischer Waren auf den russischen Markt liberalisiert wird, was die Ergreifung von Maßnahmen zum Ausgleichen der Konkurrenz erfordert.

    Laut Medwedkow führt die EU Antidumpingzölle für russische Dünger ein und begründet das damit, dass in Russland die Preise für Gas - den Hauptrohstoff für die Produktion chemischer Dünger - niedrig seien. „Aber die EU trifft solche Maßnahmen nur gegenüber Russland, während billigstes Gas für Dünger in Nordafrika und Venezuela erzeugt wird", sagte Medwedkow. Seinen Worten nach betragen die Gaspreise in diesen Ländern nur 33,4 bis 50 Prozent von denen in Russland.

    Die Beschuldigungen der EU, dass in Russland der Staat die Preisbildung für Gas und andere Energieträger regele, konterte Medwedkow mit der Feststellung, dass alle Länder der Europäischen Union die Gaspreise regeln.

    „Die WTO-Normen untersagen nicht die Preisregelung für Energieträger", fügte Medwedkow hinzu.

    Er erklärte, dass Russland nach dem WTO-Beitritt gegen Antidumpingmaßnahmen in Bezug auf seine Waren in erster Linie mit der EU kämpfen würde. Der Sprecher des Ministeriums für Wirtschaftsentwicklung und Handel erinnerte daran, dass heute Antdumpingsanktionen gegen rund 2 Prozent des russischen Exports angewendet werden. „Schließt man die Energieträger aus, denen gegenüber solche Sanktionen einstweilen noch nicht bestehen, so werden es rund 6 Prozent des Exports sein", vermerkte er.

    „Wir unterschätzen die wirtschaftliche Bedeutung der Antidumpingmaßnahmen der EU gegen Russland. Darauf stößt jeder 20. Dollar, der aus Russland in die EU kommt", sagte Medwedkow. Er betrachtet das als „eine große materielle Bedrohung unserer Wirtschaft".

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