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    „Iswestija": Zentralbank opfert die Wirtschaft im Kampf gegen Preisanstieg

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    MOSKAU, 07. Juni (RIA Nowosti). Die Zentralbank ist bereit, zu außerordentlichen Maßnahmen zu greifen, um die Preissteigerung zu zügeln und die Inflationsrate auf dem geplanten Stand von zehn Prozent zu halten, erklärte der Erste Stellvertreter des Zentralbankchefs, Alexej Uljukajew, am Montag. Um dies zu erreichen, wolle die Zentralbank - Uljukajew zufolge - den Rubelkurs außerplanmäßig verstärken, und zwar auf Kosten der Konkurrenzfähigkeit der russischen Produzenten, schreibt die Tageszeitung „Iswestija".

    Wie Uljukajew weiter sagte, stieg der „effektive Realkurs des Rubels" innerhalb der ersten vier Monate dieses Jahres um 6,7 Prozent. Nach Abschluss der fünf ersten Monate werde das Wachstum sehr wahrscheinlich bei sieben Prozent und zum Jahresabschluss bei bis zu zehn Prozent liegen. Ursprünglich hatte die Zentralbank versprochen, den Rubelkurs um höchstens acht Prozent zu verstärken.

    Die Inflationsrate könne dabei, so Uljukajew, in der Grenze von 10 Prozent gehalten werden, vorausgesetzt, dass die Obst- und Gemüsepreise im Sommer zurückgehen.

    Die Beamten wiederholen immer wieder, das Inflationswachstum sei auf das unkontrollierbare Wachstum der Geldmenge zurückzuführen, zitiert „Iswestija" den Chefökonomen von Troika Dialog, Jewgeni Gawrilenkow. Das stimme jedoch nicht: Ende vergangenen Jahres hatte sich das Inflationswachstum beschleunigt, obwohl die Geldmenge langsamer zunahm. Laut statistischen Angaben nimmt die Inflation immer in den Monaten zu, wenn sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt, sagt Gawrilenkow. Der einzige Weg, gegen die Inflation effektiv zu kämpfen, wäre also, eine beschleunigte Dynamik beim Wirtschaftswachstum zu erreichen, so Gawrilenkow.

    Seine Meinung teilt Prof. Jewgeni Jassin, Wissenschaftlicher Leiter der Moskauer Hochschule für Wirtschaft. Er führt die hohe Inflationsrate auf den Rückgang der gesamten Geschäftsaktivität im Lande zurück.

    Spezialisten aus dem Moskauer Weltinstitut für Ökonometrie, Informatik, Finanzen und Recht analysierten saisonale Preisschwankungen im Zeitraum von 2000 bis 2005. Demnach war eine Sommerdeflation nur zweimal zu verzeichnen: Im August 2001 und im August 2003. Die Schlussfolgerung der Experten ist kategorisch: Die Prognose einer Deflation für Ende Sommer 2005 ist weitaus unbegründet. Die tatsächliche Inflation werde weit über der Prognose liegen. Der Chef des Instituts für Globalisierungsprobleme, Michail Deljagin, stimmt zu: „Zum Jahresabschluss übersteigt die Inflation garantiert die 12-Prozent-Marke und somit auch das Vorjahresniveau". Zu dieser Meinung neigen auch IWF-Experten. Übrigens, in den ersten fünf Monaten 2005 betrug die Inflation bereits sieben Prozent.

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