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    Das Haushaltsprofizit Russlands kann bis Ende 2005 auf 700 - 800 Milliarden Rubel ansteigen

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    MOSKAU, 7. Juni (RIA Nowosti). Bella Slatkis, Stellvertreterin des Vorstandsvorsitzenden der Sberbank (Sparbank) von Russland, schätzt das Profizit des russischen Haushalts Ende 2005 auf 700 - 800 Milliarden Rubel (1 Dollar entspricht 28,44 Rubel). Diese Prognosse stellte sie am Dienstag auf der Konferenz „Schuldenmarkt: Russland und die Investitionsmöglichkeiten in der GUS".

    Wie sie sagte, erreiche das Profizit des föderalen Haushalts nach dem Stand vom 1. Mai beinahe 400 Milliarden Rubel. „Meine Prognose für das ganze Jahr: 700 - 800 Milliarden Rubel", sagte Frau Slatkis.

    In Bezug darauf, wie diese zusätzlichen Finanzressourcen den Markt beeinflussen könnten, betonte Slatkis, sie würden einen Inflationsdruck bewirken. So würden die 346 Milliarden Rubel zusätzliche Haushaltsausgaben im Jahre 2005, über die vor kurzem beschlossen worden sei, die Inflation um 1,5 Prozent erhöhen. Falls der Vorschlag einiger Politiker angenommen werde, 20 Prozent des Stabilisierungsfonds zu verwenden, werde das die Inflation um weitere 1,5 Prozent steigern. Slatkis äußerte die Hoffnung, dass dies nicht geschehen werde.

    Bei einem so hohen Haushaltsprofizit werde der Staat, meinte Slatkis, auf dem Inlandsmarkt nicht mehr Anleihen nehmen, als der Umfang ausmacht, der zur Bedienung der Auslandsschulden notwendig ist. In den nächsten fünf Jahren würde man, sagte Slatkis, für die Bedienung der Auslandsschulden 5,5 - 10,5 Milliarden Dollar benötigen, und demnach werde der alljährliche Zuwachs der Inlandsschulden 200 - 300 Milliarden Dollar betragen.

    Unter diesen Umständen würden die Sätze auf dem Markt der staatlichen Inlandsschulden eine Minusgröße darstellen. Ihrer Meinung nach würde man die staatlichen Wertpapiere nur zur Stützung der laufenden Liquidität benutzen. „In den nächsten anderthalb Jahren wird es unmöglich sein, daran zu verdienen", meint die Vertreterin der Sperbank.

    Als Alternative zu den staatlichen Effekten schlägt Slatkis subföderale und korporative Obligationen vor. „Die Papiere der Subjekte der Föderation sind ein ernst zu nehmendes Objekt für Investitionen. Hier sind die Risiken höher, aber folglich ist auch die Ertragfähigkeit höher", sagte Slatkis. Sie fügte hinzu, dass die Risiken der subföderalen Papiere sehr leicht auszurechnen seien, da sie im Bereich des Staatshaushaltes lägen.