Radio
    Wirtschaft

    Gaspreis für Ukraine könnte sich verdreifachen - internationales Konsortium für Gastransport vor dem Aus

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    0 501
    MOSKAU, 07. Juni (RIA Nowosti). Der Preis für das russische Erdgas könnte für die Ukraine auf das Dreifache erhöht werden, während dem russisch-ukrainischen Gastransportkonsortium infolge der Haltung Kiews eine Liquidierung droht. Das erfuhr RIA Nowosti aus einer Quelle, die den Verhandlungen zwischen dem Vorstandsvorsitzenden des russischen Gasmonopolisten Gasprom, Alexej Miller, und dem Vorstandsvorsitzenden des Unternehmens Naftogas Ukraine, Alexej Iwtschenko, nahestand.

    „Auf einer der nächsten Tagungen der Gründerversammlung wird die ukrainische Seite voraussichtlich eine Liquidierung des Unternehmens ‚Internationales Konsortium für Verwaltung und Entwicklung des Gastransportsystems der Ukraine' beantragen müssen, weil es keine Projekte gibt, die den Zielen seines Statuts entsprechen würden", hieß es.

    Nach Ansicht des Sprechers bestand die Idee der Gründung des Unternehmens in der Entwicklung und Verwaltung des gesamten Gastransportsystems. Die erste Etappe sollte der Bau der Gaspipeline Bogorodtschany-Uschgorod im Westen der Ukraine sein. „Die Ukraine ist heute überhaupt nicht bereit, eine Übergabe des Systems an das Konsortium zu erörtern", sagte er. „Wenn dem so ist, so wird niemand die erste Etappe ohne die zweite brauchen. Außerdem sollten die potentiellen europäischen Partner hinsichtlich der Perspektiven dieses Gemeinschaftsunternehmens nicht irregeführt werden."

    „Wie beim vorangegangenen Treffen festgestellt wurde, hat dieses Unternehmen keine Zukunft, man muss insofern den Mut fassen und das eingestehen", so die Quelle.

    Das Konsortium war in Übereinstimmung mit Vereinbarungen gegründet worden, die in einer Erklärung der Präsidenten Russlands und der Ukraine vom 9. Juni 2002 über die strategische Partnerschaft in der Gasbranche sowie in einem Regierungsabkommen vom 7. Oktober 2002 verankert wurden. Auch war eine Beteiligung Deutschlands an diesem Konsortium vorgesehen.

    Wie der Sprecher weiter ausführte, könnte der Preis der russischen Gaslieferungen in die Ukraine ab 2006 von den heutigen 50 Dollar pro 1000 Kubikmeter auf 160 Dollar, also mehr als auf das Dreifache steigen.

    Bei den vorangegangenen Treffen, u. a. mit dem Präsidenten der Ukraine, war vereinbart worden, ab 2006 zur Bezahlung des Transits und der Gaslieferungen ab 2006 nach den in Europa üblichen Preisen und Tarifen überzugehen.

    „Nach dem jetzigen Stand liegt der Netback-Gaspreis (Gaspreis auf dem Basis-Absatzmarkt minus Transportkosten) für die Ukraine bei rund 160 Dollar", stellte der Sprecher fest.

    Nach seinen Angaben analysiere die ukrainische Seite derzeit diese Situation und überlege ihre Vorschläge zu möglichen Transittarifen.

    „Dabei ist zu berücksichtigen, dass Kosten für den Gastransport über das Territorium der Ukraine ebenfalls in der Netback-Formel berücksichtigt werden", fügte der Sprecher hinzu.

    Von 2002 bis 2004 hatte Gasprom jährlich 23 bis 26 Milliarden Kubikmeter Gas als Bezahlung des Transits an Naftogas Ukraine geliefert. Dabei lag der Preis für das russische Gas bei 50 US-Dollar für 1000 Kubikmeter, der Transittarif belief sich auf 1,09 Dollar pro 1000 Kubikmeter für 100 Kilometer.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren