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    Russland und China sollten sich auf langfristige Gemeinschaftsprojekte umstellen

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    ST. PETERSBURG, 09. Juni /RIA Nowosti/. Russland und China sollten sich auf eine neue Etappe der Zusammenarbeit, nämlich auf langfristige Gemeinschaftsprojekte umstellen. Das erklärte Boris Titow, Leiter des Russisch-Chinesischen Geschäftsrates, in der Sitzung des 2. Russisch-Chinesischen Investitionsforums in St. Petersburg.

    Er verwies darauf, dass die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Russland und China 2004 den Höchststand der letzten Jahre erreicht hätten: Der Außenhandelsumsatz belaufe sich wertmäßig auf mehr als 20 Milliarden US-Dollar.

    „Das Potential ist aber bei weitem nicht erschöpft, und heute steht die Aufgabe, den Außenhandelsumsatz auf 60 Milliarden US-Dollar zu bringen. Wenn wir aber heute die Zusammenarbeit nach den traditionellen Methoden, das heißt hauptsächlich auf Kosten des einfachen Außenhandelsumsatzes - des Exports und Imports - fortsetzen, so wird diese Kennziffer nicht erreicht. Es gilt, sich auf eine neue Etappe der Zusammenarbeit - auf gemeinsame langfristige Projekte, auf Etappen der Investitionszusammenarbeit - umzustellen", erklärte Titow.

    Aus seiner Sicht könnte man von einer grundsätzlichen Änderung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Russland und China nur dann sprechen, wenn Hunderte und Tausende direkte Kontakte zwischen den Unternehmen der beiden Länder entstehen würden.

    Titow erklärte, dass die Hauptaufgabe des Russisch-Chinesischen Geschäftsrates darin bestehe, die Entwicklung der russisch-chinesischen Gemeinschaftsprojekte zu fördern und dazu beizutragen. „Heute realisieren wir mehr als 80 Projekte, 60 davon auf regionaler Ebene", teilte Titow mit. Seinen Worten nach umfassen die Projekte eine breite Palette von Bereichen. Darunter gibt es Projekte in der Energiewirtschaft, bei der Entwicklung der Transportinfrastruktur, der Holzverarbeitung sowie der Organisation von russisch-chinesischen Montageobjekten im Kraftfahrzeug- und Transportmaschinenbau auf dem Territorium Russlands.

    Der Leiter des Russisch-Chinesischen Geschäftsrates verwies auch noch darauf, dass einer der wichtigen Bereiche die gegenseitigen Kontakte und die Arbeit auf dem Gebiet der Berufsbildung sind. „Heute verspüren wir einen großen Mangel an Fachleuten, die gerade auf die russisch-chinesischen Wirtschaftbeziehungen spezialisiert sind und Chinesisch und Russisch perfekt beherrschen würden. Unser Interesse erweckte das Projekt zur Schaffung der russisch-chinesischen Magistratur für das Fachgebiet Russisch-Chinesische Wirtschaftsbeziehungen bei der Moskauer Staatlichen Hochschule für internationale Beziehungen", sagte Titow.

    Unter den Hauptproblemen bezeichnete er das unzulängliche Tempo bei der Umsetzung gemeinsamer Projekte sowohl von Seiten Russlands als auch von Seiten Chinas. Titow stimmte der von der chinesischen Seite vorgebrachten Idee zu, einen russisch-chinesischen Investorenklub zu schaffen.

    Er hob auch die Unzulänglichkeit der juristischen Basis für die gemeinsame Arbeit hervor. „Wir möchten die Regierungen unserer Länder sehr darum bitten, die Unterzeichnung des Vertrages über den gegenseitigen Schutz der Kapitalanlagen zu beschleunigen", sagte Titow.