11:05 22 Januar 2017
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    Bisnes: Kommt ein Billigauto von VW nach Russland?

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    MOSKAU, 10. Juni. (RIA Nowosti). Der deutsche Konzern VW will einen Pkw zu einem Preis von 3.000 Euro auf den Markt bringen. Obwohl das Projekt hauptsächlich für China und arme asiatische Staaten gedacht ist, hätte es laut Marktexperten auch in Russland gute Chancen, schreibt die Tageszeitung Bisnes.

    Das Projekt, 3K genannt, ist eine Art Antwort an den französischen Hersteller Renault, der für Entwicklungsländer den Typ Logan entwickelt hat. Jetzt erwägt VW den Bau eines Billigautos. Ist das Projekt erfolgreich, werden Ostasien und China die wichtigsten Absatzmärkte. Dort hatte Volkswagen seinen Marktanteil eingebüsst, nachdem er auf Modelle teurer als die der Konkurrenten gesetzt hatte. 3K könnte auch nach Indien geliefert werden, wo der deutsche Automobilkonzern bereits die Verhandlungen über den Bau eines Werks abschließt.

    Es ist nicht auszuschließen, schreibt die Bisnes, dass das Billigauto auch auf den russischen Markt kommt: Es kann sowohl importiert als auch in Russland montiert werden. Jetzt verhandelt VW aktiv mit dem russischen Wirtschaftsministerium über den Bau eines Werks im Moskauer Vorort Stupino. Wie aus der Moskauer VW-Vertretung gegenüber Bisnes verlautete, liegt dem Konzern keine offizielle Information über das Projekt 3K in Russland vor.

    "Billige Autos sind bei uns noch immer populär. Klassische Lada-Modelle sind nach wie vor gefragt. Der neue Volkswagen wird mindestens dem technischen Niveau der 90er Jahre entsprechen, also moderner sein als der FIAT der 60er, der Prototyp für die Klassiker des Lada", sagte ein Topmanager eines VW-Absatzzentrums in Russland.

    Nach Angaben des russischen Automobilproduzenten AvtoVAZ schrumpft der Marktanteil der billigen Fahrzeuge in Russland schnell. 2003 betrug der Anteil der Autos mit einem Preis zwischen 3.000 und 4.500 US-Dollar 25 Prozent, 2004 ging er auf 19 Prozent zurück. Der Anteil der Fahrzeuge mit einem Preis zwischen 4.500 und 6.000 US-Dollar schrumpfte im besagten Zeitraum noch drastischer: von 30 auf sieben Prozent.

    Wenn der VW-Konzern beschließt, den Volkswagen 3K auf den russischen Markt zu bringen, wird er mit dem Import der Pkws aus China beginnen müssen, sagt ein AvtoVAZ-Sprecher. "Dafür muss der VW aber erst mal die notwendigen Gesetzesänderungen lobbyieren, denn der Export chinesischer VW ist momentan verboten".

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