Radio
    Wirtschaft

    Shell stimmt Gasproms Einstieg in Sachalin-2 zu

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    0 2 0 0
    MOSKAU, 10. Juni (RIA Nowosti). Gasprom und Shell haben die grundlegenden Bedingungen für den Einstieg des russischen Gaskonzerns ins Projekt Sachalin-2 vereinbart, teilte Alexej Medwedew, stellvertretender Vorstandschef von Gasprom, am Freitag auf einem Briefing mit.

    Noch nicht abgestimmt sind einige technische Details, sagte Medwedew und drückte die Hoffnung aus, dass auch diese demnächst vereinbart werden.

    „Es handelt sich um den Austausch von Aktiva", sagte Medwedew. Im Ergebnis steigt Gasprom als Aktieninhaber von Sakhalin Energy ins Projekt Sachalin-2 ein, und Shell wird dafür an der Erschließung des Neokomskoje-Teils des Gasfeldes Sapoljarnoje teilnehmen.

    „Wir beanspruchen 25 Prozent plus eine Aktie an Sakhalin Energy", sagte Medwedew.

    Das Projekt Sachalin-2 sieht den Abbau der Lagerstätten Piltun-Astochskoje (hauptsächlich Erdöl und Erdölgas) und Lunskoje (hauptsächlich Erdgas wie auch Gaskondensat und ein bestimmter Ölgehalt) im nordöstlichen Festlandssockel von Sachalin vor. Die gesamten Reserven beider Vorkommen betragen mehr als eine Milliarde Barrel (150 Millionen Tonnen) Öl und mehr als 500 Milliarden Kubikmeter Gas.

    Gasprom könne sich vorstellen, gemeinsam mit Lukoil an einer Auktion teilzunehmen, durch die entschieden wird, wer das Projekt Sachalin-3 übernehmen wird. Wenn eine solche Auktion ausgeschrieben wird und wenn ihre Bedingungen annehmbar sind, nimmt Gasprom daran teil, sagte Medwedew.

    Das Projekt Sachalin-3 umfasst die Lagerstätten Wostotschno-Odoptinski, Ajaschski, Weninski und Juschno-Kirinski, deren gesamte Öl- und Gasreserven auf mehr als 600 Millionen Tonnen geschätzt werden.

    Auf eine mögliche Einbindung Gasproms in das Projekt Sachalin-1, an dem Rosneft beteiligt ist, eingehend sagte Medwedew: „Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir ein solches Abgebot machen werden, das Rosneft aus wirtschaftlichen Gründen annehmen muss."

    Im Rahmen des Projektes Sachalin-1 sollen die Lagerstätten Tschaiwo, Odoptu und Arkutun-Dagi erschlossen werden. Ihre sicher gewinnbaren Reserven werden auf 2,3 Milliarden Barrel (307 Millionen Tonnen) Öl und 485 Milliarden Kubikmeter Gas geschätzt.

    Zum Jahresabschluss 2005 rechnet Gasprom mit einem Gewinn von 25 Milliarden Dollar aus Gasexporten ins ferne Ausland. 2004 waren es 18,3 Milliarden Dollar.

    Im vergangenen Jahr lieferte Gasprom 140,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas nach Zentral- und Westeuropa, sagte Medwedew. „In diesem Jahr wollen wir die Liefermengen auf 145 Milliarden Kubikmeter steigern."

    Gasprom exportiert Erdgas in 21 Länder. Die größten Abnehmer sind Deutschland, Italien und die Türkei.

    Im Jahr 2004 lieferte Gasprom 36,1 Milliarden Kubikmeter Gas nach Deutschland, 21,6 Milliarden Kubikmeter Gas nach Italien und 14,5 Milliarden Kubikmeter Gas in die Türkei, geht aus den Materialien des russischen Konzerns hervor, die vor dem Briefing verteilt wurden.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren