05:15 24 September 2017
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    "Gaseta": Nortgas gehört wieder zu Gasprom

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    MOSKAU, 14. Juni (RIA Nowosti). Die Konfrontation zwischen Gasprom und Nortgas ist beendet. Am Freitag gaben die Aktionäre dieses Privatunternehmens das Kontrollaktienpaket von Nortgas an Urengoigasprom, eine Tochtergesellschaft des Gasmonopolisten, zurück, teilt die Tageszeitung "Gaseta" mit.

    Die Meinungsdifferenzen zwischen Gasprom und Nortgas hatten rund zehn Jahre gedauert, führt das Blatt weiter aus. Ursprünglich war Urengoigasprom der Hauptbesitzer des Privatunternehmens. Später verlor die Gasprom-Tochter diese Aktiva infolge einer zusätzlichen Aktienemission von Nortgas. Nachdem ein neues Managerteam unter Leitung von Alexej Miller 2001 die Gasprom-Leitung übernahm, wurden die Bemühungen um die Rückerlangung der Aktiva aufgenommen, die zu Zeiten Rem Wjachirews als Gasprom-Chef verlorengegangen waren. Der Konzern fing unter anderem an, den Verlust von Nortgas zu bestreiten.

    Es ist schwer zu sagen, wer bei diesem Konflikt Recht hat: Gerichte verschiedener Instanzen nahmen Beschlüsse zugunsten beider Seiten an.

    Dann fing Gasprom an, Nortgas von seiner Pipeline abzuschalten. Die private Gasgesellschaft gab aber nicht auf und setzte die Gerichtsprozesse gegen Gasprom fort.

    Nach dem Gerichtsbeschluss vom April, dem zufolge Nordgas die Lizenz für die Erschließung des Vorkommens Nord-Urengoi (Autonomer Kreis der Jamal-Nenzen), Hauptbesitz des Privatunternehmens, entzogen wurde, stimmte Nortgas einer friedlichen Lösung mit Gasprom zu.

    Für Gasprom wurde Nortgas zum letzten größeren Besitz, der beim früheren Management verlorenging und vom Miller-Team zurückgeholt wurde, stellt die Zeitung fest. Nortgas wird die Ressourcenbasis von Gasprom um 333 Milliarden Kubikmeter Gas vergrößern. Die Jahresförderung des Monopols wird um 2,5 bis drei Milliarden Kubikmeter wachsen. Insgesamt stieg die Gasprom-Produktion seit 2001 von 512 auf 545 Milliarden Kubikmeter. Zu einem großen Teil wurde dieser Zuwachs der Gasprom-Förderung von den zurückgeholten Aktiva gewährleistet. Zugleich geht die Förderung bei den eigenen Gasprom-Lagerstätten zurück. Nun ist zu erwarten, dass die aktive Zunahme der Gasprom-Förderung stoppen wird. Höchstens könnten die acht bis zehn Milliarden Dollar, die Gasprom vom Staat für 10,7 Prozent seiner Aktien bekommen soll, die Möglichkeit bieten, das Zuwachstempo beizubehalten. Wenn man aber berücksichtigt, dass Gasprom eine eigene Ölkomponente gründen will, könnten die Mittel für all die Projekte nicht ausreichen, so die "Gaseta".