01:47 17 Januar 2017
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    Direktorenrat von Gasprom soll heute Preis für Verkauf eines Aktienpakets festlegen

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    MOSKAU, 16. Juni (RIA Nowosti). Der Minister für wirtschaftliche Entwicklung und Handel, German Gref, bestätigt, dass der Aufsichtsrat von Gasprom am Donnerstag eine Entscheidung über den Verkaufspreis für ein Aktienpaket von 10,74 Prozent des Gaskonzerns treffen wird.

    „Gestern wurde die Tagung des Aufsichtsgremiums aus technischen Gründen unterbrochen, doch heute wird sie fortgesetzt. Ich hoffe, der Direktorenrat trifft gemäß der bestätigten Direktive einen Beschluss", sagte German Gref gegenüber Journalisten.

    Gref zufolge ist die Direktive für das Stimmverhalten der staatlichen Vertreter in dem Gremium unterschrieben. Der Minister lehnte es ab, den in der Direktive festgelegten Verkaufspreis zu nennen. Er empfahl den Journalisten abzuwarten, bis der Beschluss des Direktorenrates verkündet wird.

    Der Direktorenrat setzt am Donnerstag die Diskussion über den Preis für den Verkauf eines Aktienpakets von 10,74 Prozent an den Staat, der hierbei von Rosneftegas vertreten wird, fort.

    Der stellvertretende Wirtschaftsminister Andrej Scharonow hatte zuvor schon gegenüber Journalisten erklärt, dass gemäß der von seinem Ministerium vorbereiteten Direktive für die Gasprom-Aktien ein Preis von 7,15 Milliarden US-Dollar vorgesehen ist.

    Andrej Scharonow stellte fest, dass bei der Festlegung des Preises für das Aktienpaket von Gasprom die Expertisen aller Gutachter - Dresdner Kleinwort und Wasserstein, Morgan Stanley und des russischen Auditors „2K Audit" berücksichtigt wurden.

    Die internationale Bank Dresdner Kleinwort und Wasserstein, Gutachter für Gasprom, verwies in ihren Schlussfolgerungen auf ein Preisspektrum von 3,94 bis 4,52 US-Dollar pro Aktie, so dass der definitive Preis für das Aktienpaket von 10,74 Prozent 10,2 bis 11,5 Milliarden US-Dollar betragen würde.

    Die Bewertung von Morgan Stanley, Gutachter im staatlichen Auftrag, beinhaltet eine Preisspanne von 3,30 bis 3,90 US-Dollar pro Gasprom-Aktie, wodurch das Gesamtpaket zwischen 8,39 und 9,92 Milliarden US-Dollar kosten würde.

    Gasprom geht davon aus, dass die Bewertung seiner Aktien durch Dresdner Kleinwort und Wasserstein real ist.

    Wie das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Handel schon Mitte Mai wissen ließ, ist für den Erwerb des Aktienpakets von Gasprom durch Rosneftegas die Aufnahme von Fremdmitteln von Seiten der großen internationalen Finanzinstitute vorgesehen.

    Am 14. Juni hatte German Gref gegenüber Journalisten erklärt, dass die Variante der Hinterlegung einer Bürgschaft entweder durch Rosneftegas selbst oder durch eine spezielle Firma in Gestalt eines Aktienpakets für die Aufnahme von Fremdkapital erörtert wird. Der Minister stellte ferner fest, dass das definitive Schema der Kreditaufnahme noch nicht feststeht, doch Verhandlungen mit den Banken laufen. Schließlich sagte der Minister, dass keine speziellen Staatsgarantien für den Kredit zum Erwerb der Gasprom-Aktien vorgesehen sind.

    Gemäß Planungen des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Handel ist der Abschluss der ersten Etappe des Geschäfts bis zum 24. Juni 2005 geplant, d.h. noch vor Zusammentritt der Hauptversammlung der Aktionäre von Gasprom.

    In der zweiten Etappe ist die Platzierung von Aktien von Rosneft auf den freien Märkten vorgesehen, um Mittel für die Schuldentilgung und die weitere Kapitalisierung der Aktiengesellschaft zu mobilisieren. Nach dieser Platzierung wird Rosneftegas liquidiert und das Kontrollpaket der Aktien von Gasprom und Rosneft gehen direkt an den Staat über.