02:07 17 Oktober 2017
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    „Wedomosti": Gasprom muss 1 Milliarde US-Dollar für Russlands Gasversorgung ausgeben

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    MOSKAU, 20. Juni (RIA Nowosti). Gasprom müsse wenigstens 1 Milliarde US-Dollar für die Gasversorgung der entlegenen russischen Regionen bereitstellen, erklärte der Präsident Wladimir Putin am Freitag. Ihm zufolge werde das ein wichtiger Schritt zur Gasversorgung des ganzen Landes sein.

    Experten, die von der Wirtschaftszeitung „Wedomosti" befragt wurden, verweisen darauf, dass dies Gasprom daran hindern könne, große Aufkäufe für die 7,1 Milliarden US-Dollar vorzunehmen, die der Konzern vom Staat für 10,74 Prozent der Aktien des Konzerns erhält.

    Gasprom und die Beamten begannen gerade darüber nachzudenken, wofür diese Mittel auszugeben sind. Das Monopol interessiert sich für viele Aktiva: vom litauischen erdölverarbeitenden Konzern Mazeikiu nafta und Anteilen an Sachalin-Projekten bis hin zum Erdölunternehmen Sibneft. Die Top-Manager des Monopols betonten mehrmals, dass sich Gasprom dabei mit Minderheitspaketen nicht verzetteln wolle. Und Andrej Kruglow, Finanzdirektor des Konzerns, schloss es nicht aus, dass ein Teil der für Aktien erhaltenen Mittel auch für die Optimierung des Schuldenportfolios von Gasprom ausgegeben werden könne.

    Aber offensichtlich hat der Staat eine ganz eigene Vorstellung davon, wie Gasprom einen Teil der 7,1 Milliarden US-Dollar zu verausgaben hat.

    Nach Meinung von Experten führe der Staat faktisch, indem er von Gasprom Investitionen in die Gasversorgung fordert, für das Monopol eine zusätzliche Steuer auf das Geschäft über den Verkauf von 10,74 Prozent der Aktien des Konzerns (die Hauptsteuer beträgt 1 Milliarde US-Dollar) ein. Das könnte man erklären, wenn Gasprom bestimmte Steuervergünstigungen bekäme. Der Konzern würde dann die eingesparten Mittel in Gasnetze investieren, betonten Beobachter. Wladimir Milow, Direktor des Instituts für Energiepolitik, meint, der Konzern werde nunmehr auf große Käufe, zum Beispiel von Sibneft, verzichten müssen. Es sei eine politische Entscheidung, in Gasnetze zu investieren. „Wenn die Regierung den Konzern veranlassen will, die aus dem Geschäft erhaltenen Mittel für das Gasgeschäft auszugeben, so wäre es besser, wenn sie Gasprom verpflichten würde, diese Mittel in die Entwicklung der Förderung oder den Bau neuer Ferngasleitungen zu investieren", sagte der Experte.