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    Dworkowitsch: Situation mit Kapitalabfluss aus Russland verschlechtert sich nicht

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    MOSKAU‚ 20. Juni (RIA Nowosti). Die Situation mit dem Kapitalabfluss aus Russland wird sich nicht verschlechtern. Diese Auffassung vertritt der Chef des Expertenamtes des Präsidenten Russlands, Arkadi Dworkowitsch.

    Auf einer Investoren-Konferenz, die von der Investmentgesellschaft „Renaissance Capital" organisiert wurde, sagte der Experte: „Wir hegen heute keine Illusionen hinsichtlich einer Kapitalrückkehr in großen Dimensionen. Aber ich glaube, dass die Situation nicht schlechter wird."

    Dabei gibt es nach Meinung Dworkowitschs ein ausreichendes Investitionspotential in der russischen Wirtschaft.

    Dworkowitsch bemerkte ferner, dass eine Kapitalamnestie einen drastischen Preisanstieg in einigen Wirtschaftsbranchen hervorrufen könnte. Als Beispiel dafür nannte er Italien, wo das gesamte zurückkehrende Kapital auf den Wohnungsmarkt gelangt war, was zu einem drastischen Preisanstieg auf diesem Markt geführt habe. „Wir könnten mit gleichen Problemen konfrontiert werden", bemerkte Dworkowitsch.

    Wie der Erste Stellvertreter des Vorsitzenden der Zentralbank Russlands, Alexej Uljukajew, am Montag auf einer Pressekonferenz mitteilte, rechnet die Zentralbank Ende 2005 mit einem reinen Kapitalabfluss von fünf bis sieben Milliarden US-Dollar gegenüber neun Milliarden US-Dollar im Jahre 2004.

    Wie Uljukajew zur Prognose der Zentralbank über den Kapitalabfluss äußerte, hänge diese Kennziffer von vier Umständen ab. Investoren orientieren sich vor allem am Investitionsklima im Land, indem sie die politischen und juristischen Risiken bewerten, betonte der stellvertretende Zentralbank-Chef.

    Außerdem hänge die Kennziffer für den Kapitalabfluss von den Renditen der Anlagen in die Weltmärkte ab, so Uljukajew. Sollten die Zinssätze im Ausland wachsen, würde dies ein Wachstum des Kapitalsabflusses aus Russland bewirken, sagte er.

    Zugleich sei derzeit eine recht ungewöhnliche Situation zu beobachten, fuhr der Banker fort. „Vor dem Hintergrund der zunehmenden Zinssätze im Ausland lässt das Interesse der Investoren an unserem Markt nicht nach", sagte Uljukajew.

    Er bemerkte ferner, dass der Umfang des Kapitalabflusses vom Saldo der Handels- und der Zahlungsbilanz sowie von der Kurspolitik beeinflusst werde. Die Letztere sei laut dem Finanzexperten die Ursache für kurzfristige Kapitalabflüsse und -zuflüsse.

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