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    "Gaseta": Kapitalisierung russischer Unternehmen wird sich in fünf Jahren verfünfzehnfachen

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    MOSKAU, 21. Juni (RIA Nowosti). Die Gesamtkapitalisation der russischen Unternehmen soll sich im nächsten Jahrfünft von jetzt 350 Milliarden auf fünf bis sechs Billionen Dollar vergrößern. Das teilte Sergej Stepaschin, Leiter des Rechnungshofs Russlands, am Montag mit, berichtet die Tageszeitung „Gaseta" am Dienstag.

    „Zu Beginn der Privatisierung gab es keine Beschreibung der Eigentumsobjekte und es fehlte auch deren Bewertung", sagte Stepaschin. „Dies bot die Möglichkeit für eine unsystematische Taxierung dieser Objekte, wonach riesige Stücke dieser Aktiva in Offshore-Firmen transferiert wurden. Deshalb ist ein großer Teil der Aktiva in Russland entweder nicht in den Handelsumsatz einbezogen, oder er wird nicht vom legalen Umsatz erfasst, was zu einer Herabsetzung des BIP führt."

    Eine Neubewertung wird Russlands Wirtschaft die wirklichen Dimensionen zurückverleihen. Dank diesem Umstand wird Russland zu einem vollwertigen G8-Mitglied, ist der Chef des Rechnungshofs überzeugt (Zum Vergleich: Die nationale Kapitalisation der USA beträgt 14 Billionen Dollar).

    Experten waren über Stepaschins Äußerungen verwundert. „Die Kapitalisation der russischen Unternehmen ist in der Tat 30 bis 40 Prozent geringer als die vom Niveau her vergleichbaren Gesellschaften in den Entwicklungsländern"; so Jewgeni Gawrilenkow, leitender Wirtschaftsexperte der Investmentgesellschaft „Troika Dialog". „Die Marktkapitalisation wird aber vom Markt und nicht vom Staat bestimmt."

    Alexander Golowzow, Leiter der analytischen Abteilung der Verwaltungsgesellschaft Uralsib, teilt die Meinung, dass die auf dem Markt erschienenen russischen Unternehmen fair eingeschätzt sind. Die Ursache der niedrigen Kapitalisation besteht im hohen Risiko der russischen Gesellschaften. Ohne Verringerung der politischen und der korporativen Risiken könne man von einer Steigerung der Kapitalisation nicht sprechen, so der Experte.

    Die ausländischen Investoren schauen bei ihrer Beschlussfassung nicht nur auf die Hauptziffern, sondern auch auf den Stand der Korruption, die Bürokratie und das Gerichtssystem im Lande, stellt Wadim Kleiner, Direktor für korporative Studien der Investmentgruppe Hermitage Capital, fest. Deshalb besteht das Rezept für eine Rekapitalisierung der Gesellschaften in einer Reform des Gerichtssystems, im Schutz der Eigentumsrechte in Russland, in der Steigerung der Verwaltungseffektivität, insbesondere mit staatlicher Kapitalbeteiligung.

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