16:42 18 Oktober 2017
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    "Bisnes": Airbus beansprucht Hälfte russischen Markts für zivile Luftfahrttechnik

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    MOSKAU, 22. Juni (RIA Nowosti). Der russische Markt wird laut einer Prognose von Chris Buckley, Airbus-Vizepräsident und zuständig für den Absatz, in den nächsten 20 Jahren mehr als 600 Maschinen für 100 Fluggäste und mehr brauchen, um die ausgedienten Flugzeuge zu ersetzen. Airbus wolle zumindest die Hälfte dieses Marktes einnehmen und 300 Maschinen liefern, erklärte Buckley in einem am Mittwoch in der Geschäftszeitung „Bisnes" veröffentlichten Interview.

    Wie er weiter ausführte, sei Airbus mit der Entwicklungsdynamik der Beziehungen seines Konzerns mit russischen Fluggesellschaften zufrieden. Aeroflot setzt derzeit 18 Maschinen der A320-Familie und Sibir drei A310-Maschinen im Einsatz.

    Der Vizepräsident äußerte die Hoffnung, dass die Verhandlungen mit der Fluggesellschaft Aeroflot, die kürzlich verkündet hatte, sie wolle 12 bis 16 neue Airbus-Maschinen in Leasing nehmen, bis zum Jahresende erfolgreich abgeschlossen werden. Noch mehr interessieren sich die Fluggesellschaften für A321-Maschinen.

    Zugleich stellte er fest, dass das Potential der russischen Flugzeugindustrie weiterhin groß ist: „Russland hat konkurrenzfähige Produkte, beispielsweise die Tu-204." „Größenmäßig gehört diese Maschine zur gleichen Nische wie die Flugzeuge der A320-Familie. Die Hauptprobleme, die mit Tu-204 verbunden sind, bestehen nicht etwa darin, dass die Maschine den heutigen Anforderungen nicht entspricht, sondern im Mangel an einem gut funktionierenden technischen Service nach dem Verkauf."

    Nach seiner Ansicht hat Russland aussichtsreiche regionale Projekte RRJ und An-148. Er empfahl den russischen Flugzeugherstellern, das Marketing ihrer Erzeugnisse aggressiver zu gestalten.

    Die nicht ausgelasteten russischen Flugzeugfabriken sind bereit, Aufträge für die Schlussmontage westlicher Maschinen aufzunehmen. Die Gesellschaft Eclipse wählte beispielsweise den Betrieb Aviastar in Uljanowsk für die Serienproduktion der Geschäftsflugzeuge Eclipse 500.

    Der Airbus-Chef meint aber, sein Konzern brauche keine Montage in Russland. „Wir haben heute zwei Montagelinien in Toulouse und in Hamburg. Die Produktionskapazitäten und die Ausbaumöglichkeiten dieser Anlagen sind groß", teilte er mit.

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