13:28 17 Oktober 2017
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    Ökologen von Sachalin kritisieren Bauarbeiten in der Laichzeit der Lachse

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    JUSCHNO-SACHALINSK, 24. Juni (RIA Nowosti). Die Umweltschützer von Sachalin wenden sich gegen Bauarbeiten in der Bucht Aniwa während der Laichzeit der Lachse vom Juli bis September.

    Der Leiter der gesellschaftlichen Organisation "Ökologiewache von Sachalin", Dmitrij Lisitzyn berichtete der RIA Nowosti, das Unternehmen Sachalin Energy, welches die Erdöl- und Gaslagerstätten im Rahmen des Projekts Sachalin-2 erschließt, habe den Beginn der Bauarbeiten für die Errichtung der Landungsbrücke für Flüssiggas in diesem Sommer angekündigt.

    Lisitzyn legte dar, dass breit angelegte Arbeiten vorgesehen sind: Vertiefung des Meeresgrundes, Anlegen und Ausfüllen von Senkkästen mit Eisenbeton und Errichten der Landungsbrücke mit einer Gesamtlänge von 805 Metern. In der Periode von Juli bis September sollen für die Arbeiten etwa 26 Schiffe eingesetzt werden, angefangen von Schwimmkränen über Pontons zur Beförderung der Senkkästen und der Rahmen für Brückenbögen aus Japan bis hin zur Schleppern und Schiffen, die für die Verankerung sorgen.

    Das alles wirkt sich auf die Meeresumwelt verheerend aus. Doch das Schlimmste sei, so Lisitzyn, dass die Arbeiten den ganzen Zeitraum in Anspruch nehmen, in dem die Lachsschwärme laichen.

    Die Bauarbeiten werden sich außerdem auf die Ufergewässer konzentrieren, und zwar nur wenige Hundert Meter von der Mündung des für das Laichen wichtigsten und größten Flusses Mereja in die Bucht Aniwa entfernt.

    Der Ökologe berichtete, dass bei einem Treffen der Umweltschützer und der Bevölkerung mit Vertretern von Sachalin Energy Fragen nach den ökologischen Folgen der Bauarbeiten aufgeworfen wurden. Es wurden Befürchtungen geäußert, dass Lärm, Vertrübung des Wassers, Schmutz und die Bauarbeiten unmittelbar vor der Mündung des Flusses selbst während der Laichzeit des Buckellachs die Schwärme dieser für alle Veränderungen in der Meeresumwelt sensiblen Fische verstören. Das könne sich verhängnisvoll auf das Vorkommen von Lachs in dem Uferbereich der Baustelle auswirken.

    Vertreter von Sachalin Energy ihrerseits erklärten, dass das Unternehmen von den staatlichen Behörden die Baugenehmigung bekommen hat, was davon zeuge, dass der Bau der Landungsbrücke für die Bucht vollkommen unschädlich ist.

    "Die Firma hat nicht die Absicht, irgendwelche Änderungen ins Auge zu fassen, aber die Bewohner des anliegenden Rayons verlangen eine verbindliche staatliche Umweltexpertise und öffentliche Anhörungen zu den Bauarbeiten an der Landungsbrücke für Flüssiggas", unterstrich Lisitzyn.

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