23:20 18 Januar 2017
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    Statoil-Chef: Bereit zu maximalen Investitionen in „Schtokman"-Vorkommen

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    MOSKAU, 28. Juni (RIA Nowosti). Die norwegische Firma Statoil rechnet mit 25-prozentigen Anteilen am Abbau des „Schtokman"-Gaskondensatvorkommens. In diesem Fall wäre die Firma bereit, „so viele Mittel ins Projekt zu investieren, wie erforderlich sein werden." Das erklärte Helge Lund, Präsident der Gesellschaft, in einem am Dienstag in der wirtschaftspolitischen Zeitung „Wedomosti" veröffentlichten Interview.

    Nach seinen Worten beginnt Statoil, der zweitgrößte Gasanbieter in Europa nach Gasprom, „mit substantielleren Aktivitäten in Russland". Das norwegische Projekt Snohvit (Schneewittchen) in der Barentssee ist das erste Projekt für die Flüssiggasproduktion in Europa. Die Statoil-Technologien können beim Abbau des „Schtokman"-Vorkommens auf dem russischen Barentssee-Schelf (Gasvorräte 3,205 Billionen Kubikmeter, Gaskondensatvorräte 30,98 Millionen Tonnen) verwendet werden. Vom „Schneewittchen" wird das Gas bereits 2006 mit Tankschiffen in die USA geliefert. Dieses Projekt ist auch für Russland überaus wichtig. Auf diesem Weg könnte das russische Gas vom „Schtokman"-Vorkommen ebenfalls auf den amerikanischen Markt kommen.

    Bei der Arbeit in Russland schätzt Statoil in erster Linie die Projektrisiken ab. Dieses Geschäft hat eine langfristige Grundlage, deshalb sind ein stabiles Steuersystem und ein stabiles Recht wichtig, stellte der Statoil-Chef fest. Das Wichtigste am Steuersystem sind Exaktheit, Transparenz und Unveränderlichkeit.

    Lund sieht nichts Gefährliches in einer Verstärkung der Staatskontrolle über die strategischen Ressourcen. Nach seinen Worten ist dies eine globale Tendenz, weil der Energiesektor für die meisten Länder besonders wichtig wird.

    Rund 71 Prozent der Statoil-Aktien gehören dem Staat. Es ist allerdings äußerst wichtig, dass in der Branche auch das Privatkapital präsent ist. Dies wäre eine Garantie für neue Technologien und Effektivität, meinte Lund.

    Statoil orientiert sich auf langfristige Investitionen in Russland. Dies ist sowohl mit der geografischen Nähe als auch mit stabilen politischen Beziehungen verbunden. Zwischen russischen und norwegischen Unternehmen gibt es viele Gemeinsamkeiten auch hinsichtlich der Technologien. Als Statoil den Beschluss fasste, in Russland zu arbeiten, ging das Unternehmen von der Überzeugung aus, dass es bei der Organisation seiner Aktivitäten alle Risiken überwinden wird, betonte Lund in seinem „Wedomosti"-Interview.