14:15 24 Januar 2017
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    "Gaseta": Russland schloss erstes Geschäft im Rahmen des Kyoto-Protokolls ab

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    MOSKAU, 29. Juni (RIA Nowosti). Das erste Geschäft, bei dem Mechanismen des Kyoto-Protokolls eingesetzt wurden, ist am Dienstag in Russland abgeschlossen worden.

    Die Tochtergesellschaften der Stromholding RAO EES Rossii - Orenburgenergo und Chabarowskenergo - unterzeichneten Abkommen mit der Dänischen Umweltschutzbehörde über den Verkauf eines Teils ihrer Treibhausgasquoten, schreibt die Tageszeitung „Gaseta" am Mittwoch.

    Der Erlös von mehr als 20 Millionen Euro soll in zwei russische Fernheizwerke investiert werden: Sie werden von Kohle auf Gas umgestellt, während die Kohlendioxid-Umweltbelastung verringert wird.

    Nach Ansicht von Beobachtern konnte Russland das Geschäft zu einem relativ günstigen Preis von 5,5 bis sechs Euro für eine Tonne Treibhausgas schließen, was ungefähr dem jetzigen europäischen Durchschnittspreis entspricht. Allerdings hatten die Gegner des Kyoto-Protokolls behauptet, Russland würde bei einem solchen Preis im Nachteil sein. Mit der wachsenden Industrieproduktion würde Russland bald die Umweltbelastungslimits überschreiten, während die Quoten zu dem Zeitpunkt an andere Länder verkauft werden.

    „Wir können fünf Dollar für eine Tonne Kohlendioxid bekommen, müssen zugleich aber 150 bis 160 Dollar in diese Tonne investieren, weil wir neue Technologien kaufen müssen", hatte Akademiemitglied Juri Israel, Leiter des Instituts für globales Klima und Ökologie, zuvor betont.

    Nach Auffassung einiger Experten sind aber auch die 5,5 bis sechs Euro für eine Tonne, die das erste Geschäft vorsieht, bereits ein großer Erfolg für Russland. Immerhin hatten die Verhandlungen bei einem Spottpreis von drei bis vier Euro pro Tonne angefangen, wofür es auch Gründe gab: Russland hat vorerst keine Gesetze, die den Prozess des Quotenverkaufs regeln würden.

    „Dennoch gelang es RAO EES, die Quoten zu marktwirtschaftlichen Bedingungen zu verkaufen", stellte Alexej Kokorin, Leiter des WWF-Programms „Klima und Energiewirtschaft", in der Zeitung fest. „Staatsgarantien für das Geschäft wurden keine gegeben, insofern werden die Dänen die mit dem Geschäft verbundenen Risiken tragen müssen."

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