02:37 20 Januar 2017
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    "Wedomosti": Heineken kauft eine der letzten unabhängigen Brauereien Russlands

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    MOSKAU, 30. Juni (RIA Nowosti). Die Firma Heineken hat dieser Tage bei der Föderalen Antimonopolbehörde Russlands einen Antrag auf Genehmigung des Erwerbs des „Stepan Rasin"-Kombinats in Petersburg eingereicht. Das erfuhr die Wirtschaftszeitung „Wedomosti" von einem anonymen Beamten dieser Behörde.

    Wie die Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf diese gut informierte Quelle berichtet, haben die Verhandlungen zwischen Heineken und den Kombinatsbesitzern das Endstadium erreicht.

    „Stepan Rasin" ist eine der letzten attraktiven unabhängigen Brauereien des Landes, dementsprechend wird Heineken tief in die Tasche greifen müssen, meinen Marktanalytiker. Nach Ansicht von Marat Ibragimow, Experte der Investmentgesellschaft UralSib, werden die Holländer 120 bis 130 Millionen Dollar dafür zahlen müssen. Jelena Borodenko, Analytikerin der Alfa-Bank, schätzt „Stepan Rasin" allerdings auf rund 80 Millionen Dollar.

    Dies ist ein überaus attraktives Objekt für einen strategischen Investor. „Auf dem Markt gibt es zwar noch Betriebe, die sich zum Kauf anbieten, sie sind aber angesichts einer geringen Produktionsleistung für große Investoren kaum von Interesse", sagte Wjatscheslaw Mamontow, Vorsitzender des Exekutivkomitees des Verbands der russischen Bierbrauer.

    Heineken hatte vor dreieinhalb Jahren ausgerechnet in Petersburg mit der Erschließung des russischen Marktes begonnen. 2002 kaufte der Konzern den Petersburger Betrieb „Bravo" bei zwei isländischen Unternehmern für 400 Millionen Dollar. Im zurückliegenden halben Jahr erwarb Heineken die Betriebe „Patra" (Jekaterinburg), „Schichan" (Sterlitamak), „Wolga" (Nischni Nowgorod) und „Sobol beer" (Nowosibirsk). Analytiker schätzten diese Käufe auf insgesamt rund 170 Millionen Dollar.

    Nach Ansicht der Experten will Heineken auf dem zweitattraktivsten russischen Biermarkt, dem Petersburger, Fuß fassen. „Stepan Rasin" ist nämlich der unbestreitbare Marktführer in der Stadt mit einem Anteil von rund 31 Prozent. Selbst Russlands größter Brauerei „Baltika" gehören nur 20 Prozent des Petersburger Marktes. Indessen entfallen auf diese Stadt sieben Prozent des gesamten Bierabsatzes in Russland.

    Nach Angaben der Forschungsgesellschaft Bisnes Analitika kontrolliert „Stepan Rasin" 2,8 Prozent des russischen Biermarktes, während 8,6 Prozent des Biermarktes Russlands unter Heineken-Kontrolle sind.