00:11 19 Oktober 2017
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    "Kommersant": Norwegisches Unternehmen bot Gasprom einen Teil seines Vorkommens im Austausch gegen Anteil an Nordeuropäischer Gaspipeline an

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    MOSKAU, 1. Juli (RIA Nowosti). Die norwegische Gasfördergesellschaft Hydro hat beim russischen Konzern Gasprom Interesse an einem 15-prozentigen Anteil am Projekt der Nordeuropäischen Gaspipeline angemeldet. Im Austausch dafür wird dem russischen Konzern eine Beteiligung an der Gasförderung aus dem Vorkommen Ormen-Lange in der Nordsee angeboten. Das Gas kann dann auf dem britischen Markt abgesetzt werden. Das teilte Hydro-Vizepräsident Bengt Hansen am Freitag in der Wirtschaftszeitung „Kommersant" mit.

    Im März 2005 begann Hydro mit dem Bau einer 1200 Kilometer langen Gasfernleitung von Ormen-Lange nach Großbritannien mit einer Jahresleistung von 24 Milliarden Kubikmeter. Im Raum von Ormen-Lange verläuft die Pipeline in 850 Meter Tiefe. Die norwegische Gesellschaft bietet ihre Dienste beim Bau der Nordeuropäischen Gaspipeline an: Es geht um die Zusammenstellung von Karten des Ostseegrunds und um die Verlegung von Rohren in großer Tiefe. Bei Hydro wird darauf hingewiesen, dass die technischen Parameter der norwegischen Gaspipeline mit den Charakteristika der Nordeuropäischen Pipeline identisch sind.

    Darüber hinaus will Hydro 2007 zehn Milliarden Kubikmeter Gas nach Großbritannien liefern und bietet Gasprom eine Beteiligung an diesen Geschäften an. Bis 2010 werden diese Lieferungen auf 20 Milliarden Kubikmeter steigen. Der genaue Anteil an Ormen-Lange, der Gasprom angeboten werden soll, steht noch nicht fest.

    Sergej Kuprijanow, Pressesekretär des Gasprom-Chefs, bestätigte am Donnerstag, dass das Hydro-Angebot von Gasprom als interessant bewertet wurde. Es müsse aber gründlich studiert werden.

    „Wir setzen die Analyse und die Verhandlungen mit allen potentiellen Partnern fort, zu denen Total, BP, E.ON Ruhrgas, Gusunie, Shell und Centrica gehören", sagte Kuprijanow. „Klarheit herrscht vorerst mit BASF: Ein Joint Venture mit diesem Konzern wird 49 Prozent des Nordeuropäischen Pipeline-Projekts bekommen."

    Die 1189 Kilometer lange Pipeline soll von Wyborg im Gebiet Leningrad bis zur deutschen Küste auf dem Grund der Ostsee verlegt werden. Ihre Durchlasskapazität wird 55 Milliarden Kubikmeter betragen. Das Gas wird vom Südrussischen Vorkommen und später von der Halbinsel Jamal und vom „Schtokman"-Vorkommen geliefert.

    Hydro ist der Operator des Vorkommens Ormen-Lange und besitzt 18 Prozent davon. 2007 sollen dort zehn Milliarden Kubikmeter Gas und 2009 schon 22 Milliarden Kubikmeter gefördert werden.