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    "Gaseta": Wird Verkauf der Ölfirma Sibneft vorbereitet?

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    MOSKAU, 05. Juli (RIA Nowosti). Die russische Firma Sibneft wird rund 2,3 Milliarden Dollar als Dividenden für das Jahr 2004 auszahlen. Es handelt sich dabei um eine Rekordsumme in der Geschichte des Unternehmens. Nach Ansicht von Experten könnte dies zugleich von einem baldigen Verkauf der Firma zeugen, teilt die Tageszeitung "Gaseta" am Dienstag mit.

    Der Sibneft-Direktorenrat empfahl der Hauptversammlung, Dividenden für das vergangene Jahr in Höhe von 13,91 Rubel für eine Aktie auszuzahlen. Damit werden sie, nach dem aktuellen Kurs ein US-Dollar = 28,8 Rubel in die USA-Währung umgerechnet, rund 2,3 Milliarden Dollar bzw. 96 Prozent des nicht aufgeteilten Gewinns betragen. 2003 hatten die Sibneft-Dividenden rund 1,3 Milliarden Dollar ausgemacht.

    Erst im Mai hatte der Sibneft-Direktorenrat eine völlig andere Meinung hinsichtlich der Dividendenauszahlung. Auch auf der ausgefallenen Hauptversammlung vom 28. Juni hätten die Aktieninhaber den Beschluss fassen sollen, überhaupt keine Dividenden für 2004 auszuzahlen.

    Dies lässt einen geplanten Verkauf von Sibneft annehmen. Offenbar wollten die Mitbesitzer, von denen der Gouverneur von Tschukotka (russische Autonomie im Hohen Norden), Roman Abramowitsch, der größte ist, Zusatzeinnahmen in Form von Dividenden bekommen. Wie aus dem Konzern Gasprom nahe stehenden Quellen bereits mehrmals zu vernehmen war, führe der Konzern Verhandlungen über den Kauf zumindest eines Kontrollaktienpakets von Sibneft. Das Geschäft könnte bereits innerhalb des nächsten Monats zustande kommen.

    Eine Bestätigung für die Tatsache, dass Sibneft demnächst die Hauptaktienbesitzer wechseln wird, ist auch der Rücktritt des Vorsitzenden des Direktorenrates und Vizepräsident der Gesellschaft, Konstantin Potapow.

    Neben den Strukturen von Abramowitsch könnte ein Teil des Sibneft-Gewinns an Yukos gehen, weil diese Firma 34,5 Prozent der Sibneft-Aktien kontrolliert. Yukos könnte rund 793 Millionen Dollar als Dividenden bekommen. Dieses Geld wird dann für die Tilgung der Steuerverschuldung des Unternehmens ausgegeben.

    Es gibt allerdings eine Nuance: Im November vergangenen Jahres hatte das Arbitragegericht von Tschukotka Yukos verpflichtet, 14,5 Prozent der Sibneft-Aktien an die früheren Besitzer im Austausch gegen 8,8 Prozent der Yukos-Aktien zurückzugeben. Yukos kann das aber nicht tun, weil das ihm gehörende Sibneft-Aktienpaket beschlagnahmt ist.

    Die Gesamtjahresförderung der Aktiengesellschaft Sibneft belief sich 2004 auf 45 Millionen Tonnen.