00:00 19 Oktober 2017
SNA Radio
    Wirtschaft

    Parlamentarier kritisieren Regierung und Zentralbank wegen Tatenlosigkeit bei der Bekämpfung der Inflation

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    0 2 0 0
    MOSKAU, 06. Juli (RIA Nowosti). Michail Sadornow, Mitglied des Haushalts- und Steuerausschusses der Staatsduma, vertritt die Auffassung, dass Regierung und Zentralbank nichts zur Bekämpfung der Inflation unternähmen.

    "Die Zentralbank und die Regierung sind heute passiv angesichts der Gefahr der Inflation, unter der die ärmsten Schichten zu leiden haben", sagte Sadornow, als er den Abgeordneten die Position seines Ausschusses zum Rechenschaftsbericht der Zentralbank für 2004 darlegte.

    Seinen Worten zufolge liege das zunehmende Inflationstempo "im Verantwortungsbereich nicht nur der Zentralbank, sondern auch der Regierung".

    Der Abgeordnete wies darauf hin, dass sich die Zentralbank in der Kurspolitik an eine genauere Linie halten solle.

    Den Trend zum Anwachsen der Inflation nannte Sadornow "besorgniserregend". In den sechs ersten Monaten dieses Jahres habe die Inflation bereits 8 Prozent erreicht, das heißt, den früher eingeplanten Jahrespegel der Inflation übertroffen, betonte er (später änderte die Regierung das Inflationsniveau bis auf 10 Prozent um; im vorigen Jahre betrug sie 11,7 Prozent).

    "Dieser Trend ist besorgniserregend. Der Trend zur Senkung der Inflation ist gebrochen worden", sagte Sadornow.

    Pawel Medwedew, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses der Staatsduma für Kreditorganisationen und Finanzmärkte, sagte seinerseits, man dürfe nicht die ganze Verantwortung für den Inflationsanstieg auf die Zentralbank abwälzen.

    "Die Verantwortung für die Inflation hat das Investitionsklima", sagte Medwedew.

    "Die Zentralbank ist wie die Feder eines Autos, das über eine Straße rast: Der Wagen ist unser Land, die Straße unsere Wirtschaft", meinte Medwedew.

    "Bricht die Feder, dann wird der Wagen auch auf einer glatten Bahn nicht fahren können", betonte er.

    Hierbei hob Medwedew hervor, dass die Zentralbank mit den Schwankungen der ökonomischen Kennziffern recht erfolgreich fertig werde. "Die Tätigkeit der Zentralbank zur Glättung der Schwankungen war dem Optimum nahe", sagte der Abgeordnete.