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    "Iswestija": Rosneft erhebt Anspruch auf Sibneft-Aktien

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    MOSKAU, 7. Juli (RIA Nowosti). Das Staatsunternehmen Rosneft kann Besitzer des fünftgrößten Ölproduzenten Russlands, der Firma Sibneft, werden, berichtet die "Iswestija" am Donnerstag.

    Am Mittwoch artikulierte Rosneft-Präsident Sergej Bogdantschikow seine Ansprüche auf jene 20 Prozent der Sibneft-Aktien, die Yukos gehören.

    Dieses Aktienpaket wurde von der Generalstaatsanwaltschaft wie auch das gesamte Yukos-Eigentum noch im April 2004 beschlagnahmt, um die sich auf mehrere Milliarden belaufenden Yukos-Schulden zu decken.

    Zuletzt waren sie im April dieses Jahres auf Gerichtsbeschluss beschlagnahmt: Das Unternehmen Yuganskneftegas, das nun von Rosneft kontrolliert wird, forderte von Yukos, Verluste in Höhe von rund elf Milliarden Dollar zu decken. Das Arbitragegericht Moskaus beschlagnahmte die Aktien der Förderunternehmen der Firma Yukos und einige Ölraffinerien in einem Gesamtwert von rund 6,4 Milliarden Dollar.

    Wie Bogdantschikow erklärte, sei Rosneft bemüht, von Sibneft 30 Prozent der Aktien für 3,5 Milliarden Dollar "möglichst in Bargeld" zu bekommen. Wie die "Iswestija" betont, wollte der Rosneft-Pressedienst die Äußerung des Chefs nicht kommentieren.

    Für Experten kam die Absicht Bogdantschikows nicht überraschend. "Die Erklärungen des Rosneft-Chefs passen gut ins Szenario eines baldigen Verkaufs von Sibneft durch Roman Abramowitsch", stellt Filipp Panow aus der Investmentfirma Renaissance Capital, fest. "Der potentielle Käufer dieser Gesellschaft muss zunächst diese 20 Prozent der Aktien, die heute beschlagnahmt sind, unbedingt bekommen."

    Bogdantschikow selbst bestreitet das aber. "Wir haben die Yukos-Aktiva mit dem Ziel beschlagnahmen lassen, um deren Verkauf zu verhindern", erklärte er. "Darauf begrenzt sich eigentlich unser Interesse an Sibneft." Nach seinen Worten sei Rosneft gegenwärtig um die Schuldenrückzahlung besorgt. "Der Wert der Kredite müsste bei vier bis 4,5 Milliarden Dollar liegen, heute belaufen sie sich aber bei Rosneft auf 12 Milliarden Dollar (der Gesamtwert der Schulden macht rund 23 Milliarden Dollar aus). Ich denke, dass wir unseren Kreditbestand bis Ende 2006 bzw. Anfang 2007 normalisieren können", so Bogdantschikow.

    Rosneft ist die einzige 100prozentig staatliche Ölgesellschaft und dem Förderumfang nach das zweitgrößte Ölunternehmen Russlands nach Lukoil.

    2005 förderte Rosneft mehr als 78 Millionen Tonnen Öl.

    Die Gesamtförderung von Sibneft belief sich 2004 auf 45 Millionen Tonnen Öl.

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