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    Experten: Spekulationen über Bankkrise unbegründet

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    MOSKAU, 07. Juli (RIA Nowosti). Was von einer Bankkrise geredet werde, sei stark übertrieben: Diese Meinung vertraten in ihren Interviews für die RIA Nowosti Vertreter russischer Banken, die aktiv auf dem russischen Finanzmarkt arbeiten.

    Am Donnerstag sind in einigen russischen Massenmedien Veröffentlichungen erschienen, worin der Schluss gezogen wird, das anwachsende gegenseitige Misstrauen der Banken auf dem Markt der Interbankenkreditierung könne ernste Folgen haben und eine neue Bankkrise provozieren. Diese Schlüsse gründeten sich darauf, dass auf dem Markt der Interbankenkreditierung die hohen Zinsen erhalten bleiben, weil die Großbanken kleinere Banken zu kreditieren befürchten, was zu Spannungen auf dem Markt führt.

    Wie die Experten erklärten, könne von einer erneuten Bankkrise keine Rede sein, der Anstieg der Zinsfüße von Ende Juni und Anfang Juli sei ausschließlich auf saisonbedingte Faktoren sowie auf die Situation zurückzuführen, die sich auf dem russischen Devisenmarkt herausbilde.

    "Die Spekulationen über eine neue Bankkrise sind übertrieben und absolut unbegründet", erklärte Olga Charlowa, Leiterin der Abteilung Interbankenoperationen bei der "Roseurobank".

    "In der Tat, die Banken der ersten Reihe gewähren den Banken der zweiten Reihe nicht sehr gern Kredite: Die vorjährige Misstrauenskrise ist noch nicht völlig überwunden", sagte sie. "Doch von einer heranreifenden Krise würde ich nicht sprechen", betonte Charlowa. Außerdem habe gegenwärtig "ein Wiederherstellungsprozess begonnen", und allmählich würden die Großbanken darangehen, mit Banken der zweiten Reihe zu arbeiten.

    "Die Banken verschiedener Niveaus überlappen sich minimal, doch kann dies nicht als Begründung für Schlüsse über eine Krise dienen", meint Karen Patrikejew, Manager der Bank "Kredit-Moskwa".

    Ganz im Gegenteil, für die Großbanken sei das gut, weil sie auf diese Weise ihre Risiken vermindern würden, fügte der Gesprächspartner der RIA Nowosti hinzu.

    Zurzeit seien die Zinsen auf dem Markt der Interbankenkredite auf 1,5 - 2 Prozent im Jahr gesunken, während sie Ende der vergangenen und Anfang der laufenden Woche 8 - 10 Prozent erreicht hätten.

    Die hohen Zinssätze seien mit den Quartalsabschlüssen und dem Bedarf an Rubeln für die Steuerzahlung verbunden, dabei hätten es die Banken wegen der Stärkung des Dollars im Forex-Devisenhandel vorgezogen, ihr Geld in Form von Devisen zu halten, was zu einer erhöhten Nachfrage nach Rubeln geführt habe, erläuterte Patrikejew.

    Die Zentralbank Russlands glich den Rubelbedarf des Marktes durch Auktionen aus, auf denen der Verkauf mit der Verpflichtung des Rückkaufs verbunden ist, doch zur Zeit sei die Nachfrage nach Rubeln jäh gefallen, stellte der Vertreter der Bank "Kredit-Moskwa" fest.

    Der Rubelbedarf sei saisonbedingt und hänge nicht mit Problemen im Bankensystem zusammen, stimmt ihm auch die Hauptexpertin für Wirtschaftsfragen der "Alpha-Bank" Natalja Orlowa zu.

    Wie sie sagt, sei es nach der vorjährigen Bankkrise zu einer sehr starken Segmentierung und sehr starken Strukturveränderungen gekommen, deshalb sei die Liquidität der Mittel ungleichmäßig verteilt. Jetzt "laboriert der Banksektor noch an den Problemen aus dem vorigen Jahr", deshalb würden die Zinsen vielleicht volatil (innerhalb eines fixierten Zeitraums veränderlich - D. Red.) sein, doch für Unruhe bestehe kein Grund, meinte die Vertreterin der "Alpha-Bank" abschließend.

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