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    Bankenkrise kaum wahrscheinlich

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    MOSKAU, 07. Juli (RIA Nowosti). Weder in der Staatsduma Russlands noch im Verband der russischen Banken will man an eine Bankenkrise glauben.

    "Nach meiner Meinung deutet nichts auf eine Krise im Bankenwesen hin", erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Kreditanstalten und Finanzmärkte der Staatsduma, Anatoli Aksakow, in einem Interview für RIA Nowosti, Meldungen in den Massenmedien kommentierend.

    Aksakow hält die Liquiditätsschwierigkeiten einiger Banken für bereits überwunden. "In der Tat, es gab Probleme mit der Liquidität. Sie entstanden im Zusammenhang mit der fälligen Steuerabführung. Darauf konzentrierten die Unternehmen ihre Gelder. Die Frage ist aber bereits vom Tisch", sagte der Abgeordnete.

    Mehr noch, so meint er, die letzten Entwicklungen an der Börse zeugten davon, dass es Liquidität gibt. "Dass die Nachfrage nach Wertpapieren wächst und die Börsenkurse nach Oben schnellen, bestätigt, dass liquide Mittel zur Genüge vorhanden sind und nach dem Aufkauf entsprechender Vermögenswerte streben", legte Aksakow dar.

    Er erinnerte daran, dass der Rückzug freier Mittel von der Börse im letzten Jahr zum Vorboten der "Vertrauenskrise" in den Geschäftsbeziehungen zwischen den Banken wurde. "Im Gegenteil, bei der Krise im vergangenen Jahr zogen sich die Gelder von der Börse zurück. Das demonstrierte sehr anschaulich, dass die Liquidität nicht ausreichte", sagte er.

    Der Vorsitzende des Verbandes der russischen Banken, Garegin Tossunjan, meint, dass die Spekulationen über eine neue Bankenkrise vollkommen haltlos und aus den Fingern gezogen sind.

    "Der Markt geht wie üblich seinen Geschäften nach; es gibt keinen Grund zur Besorgnis" unterstrich er gegenüber RIA Nowosti.

    Der Zinssatz von Monatsende hatte nach seiner Meinung mit der saisonalen Nachfrage nach Rubel zum Quartalsabschluss und mit dem übermäßigen Zustrom von Fremdwährungen auf dem Binnenmarkt zu tun.

    "Es ist durchaus üblich, dass es in den Beziehungen der Banken untereinander zum Ende eines Quartals bestimmte Schwankungen der Kurse beim Aufkauf gibt", sagte Tosunjan. "Dass sich heute ein Defizit an verfügbaren Rubeln herausgebildet hat, ist geschehen, weil große Devisenmengen ins Land kommen. Fremdwährungen werden verkauft, und die Rubelmasse reicht nicht aus".

    Ferner stellte der Verbandspräsident fest, dass die Geschäftsbeziehungen zwischen den Finanzanstalten unter dem Einfluss einer verwickelten Politik stehen, die Großbanken betreiben, welche nichts mit kleineren Geldinstituten zu tun haben wollen. Es kann nicht von einem Vertrauensmangel gesprochen werden, sondern es zeigt sich, dass die Banken ausreichende Möglichkeiten haben, um Mittel aufzunehmen.

    "Letztendlich haben die Marktteilnehmer mehr als genügend Möglichkeiten, Geld zu verdienen", unterstrich Tossunjan. Er fügte noch hinzu, dass niemand von ihnen "in eine Schieflage gerät". "Jede Bank arbeitet in einer Nische: Die Großbanken in einer, die mittleren in einer anderen und die kleinen Banken sich auf einem dritten Feld", sagte Tossunjan.

    "Es gibt nicht den geringsten Anlass, um nun in Hysterie zu verfallen", meint der Verbandspräsident.

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