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    "Wedomosti": USA-Milliardär verlangt Milliarden Dollar von Gasprom

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    MOSKAU, 14. Juli (RIA Nowosti). Der USA-Milliardär Richard Moncrief, Präsident der Ölgesellschaft Moncrief Oil International, hat bei einem Gericht in Texas eine Klage gegen den russischen Gasmonopolisten Gasprom eingereicht, berichtet die "Wedomosti" am Donnerstag. Er fordert das Recht auf den Abbau des Südrussischen Gasvorkommens zurück bzw. eine Entschädigung für den entgangenen Gewinn in Höhe von mehreren Milliarden Dollar.

    Mit verklagt sind dabei die deutschen Unternehmen Wintershall und Ruhrgas.

    Die Moncrief-Klage gegen den Konzern Gasprom und dessen Töchter Sapsibgasprom und Sewerneftegasprom wurde aus einem Obligationsmemorandum des Gasmonopols bekannt. Wie es im Dokument heißt, hatte sich Moncrief bereits am 7. Juni an das Gericht in Texas gewandt.

    Aus einer informierten Quelle erfuhr die Zeitung, dass Moncrief noch in der 2. Hälfte der 90er Jahre ein Abkommen mit dem damaligen Generaldirektor von Sapsibgasprom, Wladimir Nikiforow, über die Gründung eines Joint Ventures für den Abbau des Südrussischen Vorkommens geschlossen hatte. (Der Autonome Bezirk der Jamal-Nenzen; gilt als die wichtigste Rohstoffquelle für künftige Lieferungen über die Nordeuropäische Gaspipeline; die förderbaren Vorräte werden auf 700 Milliarden Kubikmeter geschätzt) Moncrief versprach dabei, rund eine Milliarde Dollar ins Projekt zu investieren.

    Für die Erschließung des Südrussischen Vorkommens wurde 1999 ein spezielles Unternehmen, Sewerneftegasprom, gegründet.

    2001 stellte es sich allerdings heraus, dass die Kontrolle über Sewerneftegasprom Strukturen übernahmen, die mit dem Unternehmen Itera befreundet sind, während Sapsibgasprom zu dem Zeitpunkt bereits von Yukos-Strukturen kontrolliert wurde. Wie aus diesen Unternehmen verlautete, hatten sie mit Moncrief keine Geschäfte, das Gasvorkommen betreffend.

    Ende 2002 nahm sich Gasprom 85 Prozent von Sapsibgasprom wieder zurück und stellte die Kontrolle über die Lizenz für die Erschließung des Südrussischen Vorkommens wieder her. Erst im Juli 2004 erfuhr die Gasprom-Leitung von Moncriefs Interesse am Vorkommen.

    Gerade die Einbeziehung der deutschen Unternehmen Wintershall und E.ON Ruhrgas gab dem USA-Unternehmen den Grund, gegen Gasprom in internationalen Gerichtsstellen zu prozessieren, so Dmitri Lukaschow, Analytiker der Gesellschaft Aton.

    Valeri Tutychin, Partner der juristischen Firma John Tyner und Partner, meinte, dass das Gericht den Entschädigungsforderungen des Klägers erst dann stattgeben wird, wenn es diesem gelingen sollte, reale Geschäftsverluste und Gasproms Schuld daran zu beweisen.

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