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    "Wedomosti": Standard & Poor's hob Russlands Rating nicht an

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    MOSKAU, 20. Juli (RIA Nowosti). Die Ratingagentur Standard & Poor's hat am Vortag die Kreditfähigkeit Russlands auf dem bisherigen Niveau bestätigt. Vor dem Hintergrund der wachsenden politischen Risiken und einer Verlangsamung der Reformen sind weder die guten Haushalts- und Handelskennziffern des Landes noch die Verringerung seiner Außenschulden in der Lage, die S&P-Analytiker davon zu überzeugen, dass Russland ein höheres Kreditrating verdient, stellt die Wirtschaftszeitung "Wedomosti" am Mittwoch fest.

    Zuletzt hatte S&P Russlands Kreditfähigkeitsbewertung vor einem halben Jahr revidiert. Nach ihren Konkurrenten Moody's und Fitch Rating zählte damals auch S&P Russland zu den zuverlässigsten Kreditnehmern. Das Land erhielt von der Agentur langfristige Ratings auf dem Investitionsniveau mit einer "stabilen" Prognose: BBB- bei den Devisen- und BBB bei den Rubelschulden.

    Seit der Zeit habe sich die makroökonomische Situation "nicht radikal verbessert", so Alexej Sawatjugin, Direktor des Amtes Finanzpolitik des Finanzministeriums. "Es gibt nichts, wofür das Rating formell angehoben werden könnte."

    Oleg Wjugin, Leiter des Föderationsbehörde für Finanzmärkte, zeigte sich vom Analytikerverdikt enttäuscht: "Es ist nicht verständlich, was S&P unter den politischen Risiken versteht. Für die Einschätzung der Wirtschaftslage eines Landes werden anderthalb Dutzend exakte Kriterien angewandt, die ‚politischen Risiken' müssten aber erläutert werden."

    Die Agentur S&P ist bereit, für die Bewertung Antwort zu stehen. Die Unberechenbarkeit der Mechanismus der Anwendung von Strategien und der Handlungen der russischen regulierenden Stellen hemmt den Zustrom in- und ausländischer Direktinvestitionen, die für die Aufrechterhaltung des Wirtschaftswachstums notwendig sind, erklärt die führende S&P-Analytikerin Helena Hessel.

    Nach ihren Worten verlaufe die Umstrukturierung der natürlichen Monopole zu langsam, die administrative Bürde und die Auswirkung der Korruption seien zu stark, das Gerichtssystem sei nicht unabhängig genug. Diese Probleme führten zu einer Zunahme von Risiken im jeweiligen Land.

    Die stabile Prognose bedeutet, dass von S&P zumindest ein Jahr lang keine Anhebung des Ratings zu erwarten ist, meint Nikolai Podgusow, Analytiker der Investbank "Trast". In der Zwischenzeit könnten S&P die Konkurrenten von Moody's zuvorkommen, schließt der Experte nicht aus.

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