12:43 20 Oktober 2017
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    "Bisnes": Russland könnte mit Hilfe ausgedienter ballistischer Raketen Geld verdienen

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    MOSKAU, 20. Juli (RIA Nowosti). Auf dem Weltmarkt bietet Russland seine Dienste bei der Entsendung nützlicher Güter in die Erdumlaufbahn mit Hilfe der preiswerten und leichten Rakete "Rokot" an, die auf der Basis der ausgemusterten ballistischen Raketen des Typs "Stilet" (SS-19 nach der NATO-Klassifikation) entwickelt wurden, berichtet die Tageszeitung "Bisnes" am Mittwoch.

    Anatoli Baschlakow, Leiter des Kosmodroms Plessezk im nordrussischen Gebiet Archangelsk, stellte fest, dass die Nutzung der Trägerraketen "Rokot" die Möglichkeiten des Kosmodroms vergrößert habe. Seit 2000 gab es fünf kommerzielle "Rokot"-Starts vom Kosmodrom Plessezk. 13 Apparate wurden gemäß internationalen Kooperationsprogrammen in den Orbit gebracht.

    "Rokot" hat einige Vorteile im Vergleich zu anderen in- und ausländischen Raketen ähnlicher Klasse, so Baschlakow. Sie haben geringere spezifische Startkosten pro Kilogramm der Trägerrakete bei der Entsendung von Nutzlast in die Umlaufbahn. "Der Start einer ‚Rokot'-Rakete kostet 12 bis 14 Millionen Dollar, was beträchtlich weniger ist als bei den ähnlichen westlichen Konversionsraketen Athena und Towers", erfuhr die Zeitung bei einem Experten der Weltraumbranche.

    Hunderte russische ballistische Raketen, die gemäß den Verträgen über die Begrenzung der strategischen Rüstungen verschrottet werden sollen, warten jetzt darauf, zersägt zu werden. Das Alter der meisten davon nähert sich der kritischen Grenze von 15 bis 20 Jahren. Danach werden die Weltraumstarts nicht mehr möglich sein. Unter diesen Bedingungen werden sie in Russland modernisiert und in die Trägerrakete "Rokot" umgewandelt.

    Das Haupthindernis für die "Rokots" ist die harte Konkurrenz auf dem Weltmarkt. "Der Markt der leichten Raketen ist übersättigt, es gibt wenig Lasten dafür", stellte der Experte fest. Mit dem internationalen Marketing der "Rokot"-Rakete befasst sich die Firma "Evrorokot", von der ein Teil der europäischen Luft- und Raumfahrtgesellschaft EADS gehört. Nach Ansicht von Fachleuten hat "Rokot" vorerst noch keine schlechten geschäftlichen Aussichten angesichts des Fehlens einer leichten Rakete bei den Europäern. Diese Aussichten würden sich aber 2008 wesentlich verringern, wenn EADS die Rakete Vega entwickeln wird. Der Start einer solchen Rakete wird mit rund 20 Millionen Dollar etwas teurer sein, die Europäer werden aber darauf ihren Schwerpunkt legen, weil dies ihr eigenes Produkt ist, schreibt das Blatt.

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