21:38 21 Oktober 2017
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    Oberhaus-Chef Mironow: "Erdölskelett" der russischen Wirtschaft bedarf einer grundlegenden Erneuerung

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    TJUMEN, 22. Juli (RIA Nowosti). Das "Erdölskelett", das die russische Wirtschaft stützt, bedarf einer grundlegenden Erneuerung.

    Das betonte der Vorsitzende des Föderationsrates von Russland, Sergej Mironow, am Freitag, verlautete beim Pressedienst des Gouverneurs des autonomen Bezirkes der Chanten und Mansen (Westsibirien), wo Mironow mit Angehörigen der Ölgesellschaft "Juganskneftegas" zusammengetroffen ist.

    Mironow erklärte, dass der Erdölsektor bei der Gewährleistung der Energiesicherheit und der finanziellen Stabilität, bei der wirtschaftlichen Entwicklung und beim sozialen Wohlergehen des Landes eine Schlüsselrolle spielt. Für die großen Dimensionen des Komplexes spricht allein die Tatsache, dass Russland nach der Ölfördermenge den ersten Platz mit Saudi-Arabien teilt und nach den Kapazitäten der Erdölverarbeitung nur den USA nachsteht.

    Laut Mironow hat sich der Ölförderungszuwachs in Russland seit Jahresbeginn verlangsamt. "Das hat sich sofort auf die gesamte Wirtschaft ausgewirkt. Die Dynamik ist im Allgemeinen zwar positiv, aber das Tempo des BIP-Zuwachses ist von 7,1 auf 5,6 Prozent zurückgegangen", sagte Mironow.

    Ihm zufolge liege dies nicht sosehr an den Fördermengen, sondern vielmehr an der sehr großen Abhängigkeit der Wirtschaft von der Situation im Erdölsektor und an den ernsthaften Schwierigkeiten, die seine normale Arbeit behindern.

    Sollte diese Situation erhalten bleiben, würde sich der Erdölsektor, so Mironow, vom wichtigsten Wachstumsfaktor in eine Bremse der wirtschaftlichen Entwicklung verwandeln. "Merklich gestiegen sind die Preise auf dem inneren Brennstoffmarkt. Dies wirkt sich auf die Arbeit weiterer Branchen negativ aus und ist eine der Hauptursachen für die Erhöhung des Inflationstempos", sagte der Oberhaus-Chef.

    Sehr besorgniserregend sei, dass die negativen Tendenzen schon jetzt zutage träten, da die Preise auf dem Weltmarkt auf einem sehr hohen Niveau lägen, fuhr der Parlamentarier fort. Dennoch beeile sich das Unternehmertum nicht mit umfassenden Anlagen in die Entwicklung des Erdölkomplexes, so Mironow. "Anders gesagt, die zusätzlichen Erdöleinnahmen dienen noch nicht der Modernisierung des Erdölkomplexes selbst und der Wirtschaft insgesamt", betonte der Oberhaus-Vorsitzende.

    Mironow bemerkte, dass die Investitionen entsprechend der Energiewirtschaftsstrategie für die Zeit bis 2020 rund 24 Milliarden US-Dollar im Jahr betragen sollten. Dabei beliefen sie sich nicht einmal auf die Hälfte dieser Summe, sagte er.

    "Der Bremsfaktor hier sind in einem nicht geringen Maße die Instabilität der zweigbezogenen Gesetzgebungsbasis und das Fehlen steuerlicher Stimuli, die in vielen Ländern breit angewendet werden", sagte der Parlamentarier.

    Damit es für das Unternehmertum von Vorteil sei, Mittel in allen Etappen der geologischen Erkundungsarbeiten anzulegen, müsste der Staat laut Mironow ein klares, arbeitsfähiges System rechtlicher Garantien und Stimuli schaffen. "Und, was nicht minder wichtig ist, die Stabilität und die Voraussagbarkeit der Spielregeln sichern", fügte Mironow hinzu.

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