05:15 21 Januar 2017
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    "Bisnes": Russlands Finanzministerium hebt Inflationsprognose für 2005 erneut an

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    MOSKAU, 25. Juli (RIA Nowosti). Die Monopolstruktur der russischen Wirtschaft lässt sich erneut in der steigenden Inflation spüren, berichtet die Geschäftszeitung "Bisnes" am Montag.

    Russlands Finanzministerium hat zum dritten Mal innerhalb dieses Jahres seine Prognose für die Jahresinflation korrigiert. An die am Anfang des Jahres versprochenen 8,5 Prozent erinnert sich keiner mehr. Im Frühling wurde die Jahresmarke auf zehn Prozent und jetzt schon auf elf Prozent angehoben. Dabei sprechen viele Analytiker davon, dass die Inflation in diesem Jahr auch 15 Prozent betragen könnte, d. h. dass die Prognose erneut revidiert wird.

    Seit mehr als vier Jahren lebt das Land mit einem Haushaltsüberschuss, der Stabilisierungsfonds wächst schneller als geplant, der Investitionsumfang kann als ausreichend gelten. Die Wirtschaft wächst, wenn auch nicht in dem Tempo, wie es sich der Kreml wünscht. Immerhin lässt sich der BIP-Umfang selbst laut konservativen Schätzungen in den nächsten drei Jahren um 20 Prozent erhöhen. Nur der Störenfried Inflation, die schon seit langem auf nur eine Stelle gebracht werden sollte, beunruhigt die Regierung.

    Wer an der Inflationsankurbelung vor allem schuld ist, ist längst bekannt. Das sind das Wachstum der Konsumgüterpreise und die Lohnanhebung. Die erste Geige beim Preisanstieg spielen die Tarife der natürlichen Monopole (Strom, Gas, Eisenbahn) sowie die ständige Verteuerung von Brennstoffen. Obgleich die Monopole ihre Tarife obligatorisch mit der Regierung abzustimmen haben, speist dieser Kanal bis jetzt ständig den Inflationsanstieg, schreibt die Zeitung.

    Noch komplizierter ist es um die Lieferer von Brennstoffen bestellt: Formell gilt die Monopoldefinition für die Olgesellschaften nicht, die bei allen Anbietern synchron wachsenden Benzinpreise lassen aber immer öfter eine Kartellabsprache der Ölunternehmen vermuten. Dies sollte aber von der Föderalen Antimonopolbehörde wesentlich härter bewertet werden als dies bisher getan wurde.

    Indem die Regierung die Reform der Monopole verschoben hat, machte die Regierung ihre Wahl. Deshalb musste ihre Einstellung zum Inflationsanstieg ruhig und ohne Panik sein, schreibt das Blatt.